CruiseCarsReisemagazin

Abseits der Touristenpfade: Die besten Geheimtipps für deinen Fuerteventura-Landgang

22.07.2026

Fuerteventura Landgang: Geheimtipps mit Mietwagen

Abseits der Touristenpfade: Die besten Geheimtipps für deinen Fuerteventura-Landgang

Fuerteventura. Die Insel gilt als "die mit den schönen Stränden". Stimmt. Stimmt aber auch, dass Corralejo-Strand im Hochsommer aussieht wie der Eingang zu einem Konzert. Voll, laut, Eisverkäufer alle zehn Meter. Wenn dein Schiff im Hafen von Puerto del Rosario liegt und du nur diesen einen Tag hast, dann wäre es schade, ihn genau dort zu verbringen, wo eh schon alle sind.

Die gute Nachricht: Fuerteventura ist groß, dünn besiedelt und hat eine Straßeninfrastruktur, mit der du innerhalb von 30 bis 45 Minuten wirklich irgendwo sein kannst, wo kein Reisebus hält. Du brauchst dafür keinen Allradwagen, keine besonderen Kenntnisse und auch keine Abenteuerlust. Nur ein Auto.

Hier sind die Orte, die sich wirklich lohnen.

Ajuy: Schwarze Höhlen, kein Tourismus, echter Fisch

Ajuy liegt an der Westküste, etwa 50 Kilometer von Puerto del Rosario entfernt. Das sind rund 40 bis 45 Fahrminuten auf der FV-20 Richtung Süd. Das Dorf selbst besteht aus ein paar weißen Häusern, einem schwarzen Lavastrand und zwei, drei Fischrestaurants. Kein Souvenirladen. Kein Jeep-Safari-Büro.

Der eigentliche Grund, hierher zu fahren, sind die Caleta Negra, die Piratenhöhlen. Ein kurzer Fußweg (zehn bis fünfzehn Minuten) führt vom Dorf aus nördlich an der Steilküste entlang. Am Ende: zwei Meereshöhlen, in die die Atlantikwellen hineindonnern. Geologisch gesehen gehört das hier zum ältesten Gestein der Kanaren, rund 70 Millionen Jahre alt. Klingt nach Schulausflug, sieht aber wirklich beeindruckend aus.

Praktisch: Park einfach am Ende der Asphaltstraße im Dorf, der Parkplatz ist klein aber kostenlos. Mittagessen im Restaurante Las Terrazas direkt am Strand, gegrillter Fisch für 12 bis 18 Euro, keine Touristenpreise. Plane Ajuy für den Vormittag ein, gegen 10 Uhr bist du fast alleine.

Betancuria: Die vergessene Hauptstadt

Betancuria war mal die Hauptstadt der Insel. Dann haben Piraten sie geplündert, die Hauptstadt wurde verlegt, und Betancuria blieb einfach dort, mitten im Bergmassiv, als hätte die Zeit vergessen weiterzulaufen.

Das Dorf liegt im Herzen der Insel, ca. 30 Kilometer von Puerto del Rosario entfernt, Fahrzeit 35 bis 40 Minuten. Die Zufahrt über die FV-30 windet sich durch die Barranco-Landschaft der Insel, braun, rau, mit einem Horizont, der aussieht wie eine schlecht aufgelöste Fototapete aus den 80ern. Das meine ich als Kompliment.

Im Dorf selbst: die Iglesia de Santa María, eine der ältesten Kirchen der Kanaren, ein kleines Museum und eine Handvoll Cafés. Nichts davon ist spektakulär im touristischen Sinne. Aber genau das macht es schön. Spazier durch die Gassen, kauf dir einen Kaffee, schau wie die Katzen die Terrasse blockieren.

Tipp: Kombiniere Betancuria mit den Aussichtspunkten Morro Velosa und Degollada de los Granadillos auf dem Weg dorthin. Vom Morro Velosa hast du einen Panoramablick über fast die gesamte Nordhälfte der Insel. Da stehen zwar auch zwei lebensgroße Königs-Statuen aus Beton, das wirkt etwas surreal, aber der Blick entschädigt für alles.

La Lajita und die Südostküste: Kaum Touristen, echte Dörfer

Wer denkt, der Süden Fuerteventuras wäre nur Morro Jable und Jandia, irrt. Die Küstenstraße FV-2 südlich von Gran Tarajal führt durch Orte, die selbst viele Insulaner kaum besuchen. La Lajita zum Beispiel. Kleiner Fischerort, einer der wenigen Orte auf der Insel mit einem offenen Oasis-Park (Zoo und Kaktusgarten, eher was für Familien), aber das Dorf selbst ist ruhig, unaufgeregt, kanарisch im besten Sinne.

Noch weiter südlich liegt Las Playitas. Der Ort ist bekannt als Trainingslager für Triathleten, denn die Gegend ist windarmer als der Norden. Für dich als Besucher: ein kleiner geschützter Sandstrand, kaum Betrieb, ein paar Tacos oder ein Bier im lokalen Bar. Kein Hotel-Pool-Feeling, keine Sunbed-Wächter.

Zeitaufwand: Von Puerto del Rosario bis Las Playitas sind es ca. 75 Kilometer, also knapp eine Stunde Fahrt. Für die gesamte Südostküste solltest du mindestens drei bis vier Stunden einplanen, wenn du in Ruhe schauen willst.

El Cotillo: Der Norden hat auch Strandleben, nur ohne Koffer-Tourismus

El Cotillo liegt im Nordwesten, etwa 45 Kilometer von Puerto del Rosario, Fahrzeit 40 bis 50 Minuten. Der Ort hat einen kleinen Fischerhafen, eine alte Küstenverteidigungsanlage (Torre de El Tostón) und eine Lagune im Norden, die bei ruhigem Wetter türkis leuchtet wie auf einem Desktop-Hintergrundbild, nur echt.

Touristisch ist El Cotillo noch nicht komplett überschwemmt, es gibt Hotels und Surfer, klar. Aber die Atmosphäre ist deutlich entspannter als Corralejo. Die Lagune nördlich des Ortes eignet sich gut zum Schnorcheln oder einfach zum Liegen, der Meereseingang ist flach und ruhig.

Ehrliche Einschätzung: El Cotillo ist kein totaler Geheimtipp mehr. Surfer kennen es. Aber im Vergleich zum Rest des Nordwestens ist es noch immer weit entfernt vom Massentourismus.

Ein konkreter Tagesplan für deinen Landgang

Damit das hier kein reiner Ideenkatalog bleibt, sondern du den Tag wirklich planen kannst:

Das ist ein machbarer Tag ohne Hetze. Wenn dein Schiff erst am späten Nachmittag ablegt, hast du noch Puffer für einen Kaffee in der Innenstadt von Puerto del Rosario.

Was du dir sparen kannst

Die Dünen von Corralejo sind touristisch bekannt und durchaus eindrucksvoll, aber sie sind von Puerto del Rosario in 20 Minuten erreichbar, was bedeutet: Jeder Ausflugbus fährt dort hin. Wenn du wirklich einmalige Zeit auf der Insel hast, investiere sie woanders.

Auch der Süden rund um Morro Jable ist schön, aber von Puerto del Rosario ist das eine gute Stunde Fahrt, was deinen Landgang sehr strapaziert. Lieber weniger Kilometer und mehr Zeit am Zielort.

Parken, Tanken, Straßen

Fuerteventuras Straßen sind in gutem Zustand. Schlaglochpisten gibt es kaum, außer bei wirklichen Feldwegen. Für die Routen in diesem Artikel reicht ein normaler Kleinwagen völlig aus. Tankstellen sind in Betancuria und El Cotillo rar, tank am besten an der Hauptstraße FV-20 auf dem Weg.

Parken ist auf der Insel fast überall kostenlos und unkompliziert, außer in der direkten Innenstadt von Puerto del Rosario, wo du deinen Mietwagen ohnehin nicht hinbringen musst.

Mit dem Mietwagen direkt am Hafen

Wer seinen Landgang wirklich auskosten will, braucht ein Auto und keine Wartezeit. Mit einem Mietwagen über CruiseCars buchst du direkt am Kreuzfahrthafen Puerto del Rosario, bist pünktlich zurück, wenn das Schiff wartet, und kommst an Orte, die kein Transfer-Bus jemals ansteuert. Einfach abgerechnet, unkompliziert abgeholt, und du entscheidest, wo du als Nächstes hinfährst.

Fuerteventura hat mehr zu bieten als seine Postkarten zeigen. Man muss nur abbiegen.

Mietwagen für deinen Hafen finden