Funchal ist eine dieser Häfen, bei denen man die Liegezeit auf dem Deckplan sieht, kurz aufgeregt nickt und denkt: "Das reicht locker." Und dann verplempern die ersten zwei Stunden mit dem Raus-aus-dem-Schiff-Chaos, einem Kaffee am Hafen und der Frage, ob man jetzt links oder rechts abbiegt. Kommt vor. Muss aber nicht sein.
Hier bekommst du einen ehrlichen Überblick, was mit dem Mietwagen in Funchal in welcher Zeit machbar ist, wo du aufpassen solltest und wie du den Tag so planst, dass du entspannt und pünktlich zurück an Bord bist.
Was die Liegezeit wirklich bedeutet
Schiffe legen in Funchal am Hafen direkt unterhalb der Altstadt an. Das ist praktisch. Trotzdem: Vom Ablegen deiner Kabinentür bis zur Mietwagenstation vergehen gut 30 bis 45 Minuten. Einschiffung geht, Ausschiffung dauert. Plane also nie mit der nominalen Liegezeit, sondern rechne vorne und hinten je 45 Minuten ab. Wer um 18:00 Uhr zurück sein soll, sollte spätestens um 17:15 Uhr am Hafeneingang stehen, nicht auf dem Rückweg irgendwo auf der EN101.
Typische Liegezeiten in Funchal liegen zwischen 8 und 12 Stunden. Das klingt viel. In der Praxis hast du nach Abzug von An- und Abreise eher 6 bis 9 Stunden effektive Erkundungszeit. Damit lässt sich arbeiten, aber nicht mit Wunschlisten, die für eine Woche reichen würden.
Die Mietwagenstation: Kein Stress, wenn du weißt wie es läuft
Mit CruiseCars buchst du deinen Mietwagen direkt für den Funchal-Hafen, die Übergabe passiert am Pier oder in unmittelbarer Hafennähe. Vorteil gegenüber einer normalen Stadtstationen: Du verlierst keine Zeit mit Transfers, Shuttles oder dem Suchen einer Adresse, die du mit Roaming-Daten kaum findest.
Trotzdem gilt: Auch eine gut organisierte Übergabe braucht 15 bis 20 Minuten. Fahrzeug checken, kurz orientieren, los. Wer mit einer 8-Stunden-Liegezeit um 9:00 Uhr anlegt, ist realistisch gegen 9:45 Uhr auf der Straße.
Welche Ziele sind wirklich realistisch?
Kurze Route (bis 4 Stunden effektiv): Funchal selbst und der Osten
Wer wenig Zeit hat oder einen kurzen Landgang erwischt, bleibt am besten nah. Funchal selbst ist auch per Mietwagen sinnvoll, denn so kommst du raus aus der Stadt, ohne auf Taxis angewiesen zu sein.
- Mercado dos Lavradores in der Altstadt: Der Markthalle in Funchal lohnt ein Besuch am frühen Vormittag. Gegen Mittag wirds eng und touristisch überhitzt.
- Jardim Botânico (Botanischer Garten): Rund 15 Minuten mit dem Auto vom Hafen, eine der besten Anlagen Madesiras. Plane 1,5 Stunden ein, wenn du in Ruhe schauen willst.
- Cabo Girão: Das höchste Meereskap Europas liegt rund 25 bis 30 Minuten westlich von Funchal. Der Glasbodenaussichtspunkt ist kostenlos und eindrucksvoll. Früh fahren, gegen 11 Uhr werden die Reisebusse mehr.
Mit diesen drei Zielen hast du einen vollen halben Tag. Kein Stress, gute Fotos, rechtzeitig zurück.
Mittlere Route (5 bis 7 Stunden effektiv): Zentralmadeira und Levadas
Wenn die Liegezeit passt, ist das Inselinnere das Beste, was du auf Madeira erleben kannst. Die Straßen schlängeln sich ins Gebirge, Eucalyptuswälder wechseln mit Terrassen, und plötzlich stehst du auf 1.200 Metern und schaust auf beide Küsten gleichzeitig.
Konkrete Tagesroute mit Zeitplan:
- 9:45 Uhr: Abfahrt vom Hafen Richtung Câmara de Lobos. Das kleine Fischerdorf liegt 10 Minuten westlich, Churchill soll hier gemalt haben. Kurzer Stopp, 20 Minuten reichen.
- 10:15 Uhr: Weiter nach Cabo Girão. Panorama, Fotos, zurück zum Auto.
- 11:00 Uhr: Aufstieg ins Hochland Richtung Eira do Serrado. Von dort Blick in den Nonnental-Kessel (Curral das Freiras). Spektakulär. Parkplatz kostenpflichtig, aber überschaubar.
- 12:30 Uhr: Mittagspause in Curral das Freiras selbst, wenn du die Serpentinen runterfahren willst. Das Dorf im Kessel ist eng, die Straße gewöhnungsbedürftig, aber die lokale Poncha und der Kastanieneintopf entschädigen.
- 14:00 Uhr: Rückfahrt Richtung Funchal, dabei optional kurzer Stopp am Jardim Botânico.
- 15:30 Uhr: Zurück am Hafen, Rückgabe des Fahrzeugs.
Das ist ein machbarer, entspannter Tag ohne Hetze. Wer die Levada do Caldeirão Verde oder ähnliche Wanderwege machen will: Schön, aber nicht an einem Landgang-Tag kombinierbar. Levadas brauchen Zeit, und "ich geh nur kurz rein" wird selten wahr.
Große Route (8+ Stunden): Der Norden und Santana
Wer einen richtig langen Haffenthalt hat, kann auch die Nordküste ansteuern. Santana mit seinen dreieckigen Strohhäusern liegt rund 1,5 Stunden vom Hafen. Die Route über den Zentralkamm via Encumeada ist landschaftlich der Knaller, aber bergig, kurvig und absolut nichts für Hektiker.
Ehrlicher Hinweis: Für eine Nordroute brauchst du mindestens 9 bis 10 Stunden effektive Zeit. Wenn dein Landgang kürzer ist, lass es. Madeira hat eine Handvoll Stellen, wo du den Rückweg unterschätzt und dann mit schweißnassen Händen auf die Uhr schaust. Der Norden ist eine davon.
Typische Zeitfallen und wie du sie vermeidest
Parkplatzsuche in Funchal-Stadt: Die Altstadt ist eng, die Parkhäuser nicht immer ausgeschildert. Wenn du ins Stadtzentrum willst, fahr zum Parque de Estacionamento do Bettencourt oder einem der Parkhäuser nahe der Avenida do Mar. Nicht ewig im Kreis fahren, das kostet 40 Minuten und Nerven.
Levada-Romantik: Auf Instagram sehen Levada-Wanderungen aus wie ein entspannter Spaziergang. Sind sie manchmal auch. Aber "mal eben eine Stunde laufen" wird aus Hin- und Rückweg, Parkplatzsuche am Trailhead und dem unvermeidlichen "noch ein Foto" schnell drei Stunden. Wenn du wandern willst, plan es als Hauptprogramm.
Tankpflicht: Mietwagen kommen mit vollem Tank und müssen voll zurück. Funchal hat genug Tankstellen, aber fahr nicht auf Reserve zurück. Letzte Tankstelle vor der Rückgabe einplanen, nicht improvisierten.
Serpentinen unterschätzen: Google Maps sagt 20 Minuten, Madeira braucht 35. Die Straßen ins Hochland sind schmal, kurvig und häufig von Reisebussen blockiert. Rechne bei Bergstrecken immer 50 Prozent mehr Zeit ein als die Navigation vorschlägt.
Rückkehr: Der wichtigste Teil des Tages
Setz dir eine harte Umkehrzeit. Nicht "ungefähr gegen halb vier", sondern "um 15:30 Uhr fahren wir los, egal was." Das Schiff wartet nicht. Eine verspätete Rückkehr kostet nicht nur die Kabine, sondern auch die Anschlussreise.
Wenn du mit CruiseCars buchst, weißt du, wo du das Fahrzeug abgibst, nämlich genau da, wo du es bekommen hast. Kein Schlenker durch unbekannte Stadtteile, keine Suche nach einer Rückgabeadresse, die du erst googeln musst. Das ist am Ende des Tages mehr wert als man vorher denkt.
Fazit: Funchal lohnt sich, wenn du realistisch planst
Madeira ist eine der schönsten Kreuzfahrt-Destinationen überhaupt. Die Insel hat Tiefe, echte Natur, gutes Essen, keine Massentouristenfallen wie andere Kanarenhäfen. Aber sie braucht Zeit und ein bisschen Respekt vor den Distanzen.
Kurzer Landgang unter 6 Stunden: Bleib nah, mach zwei oder drei Dinge gut, statt fünf halbherzig. Langer Landgang: Fahr ins Hochland. Du wirst es nicht bereuen.
Und damit du flexibel bleibst, pünktlich zurückkommst und nicht auf überfüllte Ausflugbusse angewiesen bist, buch deinen Mietwagen direkt am Pier über CruiseCars. Dann läuft das mit Madeira.

