Von Genua nach Cinque Terre: Landgang auf eigene Faust mit dem Mietwagen
Genua ist schön. Der alte Hafen, die Caruggi, die Pesto-Pasta für fünf Euro. Aber mal ehrlich: Wer in Genua anlegt und von den fünf bunten Dörfern an der ligurischen Küste nur 80 Kilometer entfernt ist, der hat ein schlechtes Gewissen, wenn er den Tag nur in der Stadt verbringt. Riomaggiore, Vernazza, Manarola. Die siehst du auf jedem zweiten Kalender, und trotzdem stockt einem der Atem, wenn man sie das erste Mal live vor sich hat.
Das Problem: Die Cinque Terre ohne Auto zu erreichen ist machbar, aber lästig. Mit dem Mietwagen ab Genua dagegen bist du in gut einer Stunde da, kannst selbst entscheiden, welches Dorf du wann ansteuerst, und kommst pünktlich zurück ans Schiff. So geht das.
Erst die Fakten: Was du über diesen Ausflug wissen musst
Die fünf Dörfer der Cinque Terre, also Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore, liegen alle im gleichnamigen Nationalpark. Das ist wichtig, denn innerhalb des Parks darfst du mit dem Auto praktisch nirgendwo reinfahren. Die Ortszufahrten sind für Touristen gesperrt. Das klingt frustrierend, ist aber eigentlich sinnvoll, denn die Gassen wären sonst komplett verstopft.
Die Fahrt vom Kreuzfahrtterminal Genua bis zum ersten Parkplatz in der Region dauert je nach Tageszeit 70 bis 100 Minuten. Die Autobahn A7 und A12 führen direkt runter nach La Spezia und zu den Abfahrten der Cinque Terre. Stau ist morgens auf der A7 ab Genua stadtauswärts selten, nachmittags zurück dagegen kann es zäh werden.
Wann losfahren, wann zurück sein?
Kreuzfahrer haben hier oft weniger Zeit als sie denken. Geh davon aus, dass du nach dem Festmachen und dem Verlassen des Schiffes frühestens um 9:00 Uhr am Mietwagenstand bist. Realistischer Abfahrtszeitpunkt: 9:15 bis 9:30 Uhr.
Wenn dein Schiff um 18:00 Uhr ablegt, plane die Rückfahrt spätestens für 15:30 Uhr ein. Die Fahrt zurück nach Genua braucht im Nachmittagsverkehr gut 90 Minuten, manchmal auch zwei Stunden. Wer das unterschätzt, rennt am Ende mit hochrotem Kopf den Kai entlang. Das macht keinen Spaß.
Du hast also grob fünf Stunden für die Cinque Terre selbst. Das klingt wenig, reicht aber für zwei bis drei Dörfer locker.
Die beste Route: Erst nach La Spezia, dann von Süden nach Norden
Unser Vorschlag für einen kompletten Landgangstag:
9:30 Uhr Abfahrt am Hafen Genua, Richtung A7/A12 südwärts.
10:45 Uhr Ankunft am Parcheggio Riomaggiore, dem großen Parkhaus direkt hinter dem südlichsten Dorf. Hier kostet der Parkplatz aktuell um die 3 Euro pro Stunde, das Parkhaus ist mehrgeschossig und in der Regel gut gefüllt, aber selten komplett voll, wenn du vor 11 Uhr da bist.
11:00 bis 12:00 Uhr Riomaggiore zu Fuß erkunden. Der Hauptweg schlängelt sich den Kanal hinunter zum kleinen Hafen, schöner Ausblick, ein Espresso, fertig. Hier brauchst du keine zwei Stunden.
12:15 Uhr Mit dem Regionalzug nach Manarola. Ja, Zug. Das ist der Trick: Du lässt das Auto in Riomaggiore stehen und nimmst den Zug zwischen den Dörfern. Der Cinque-Terre-Express fährt alle 20 bis 30 Minuten, die Fahrt zwischen den Dörfern kostet mit der Cinque-Terre-Card ein paar Euro und dauert jeweils nur zwei bis fünf Minuten.
12:15 bis 13:30 Uhr Manarola. Das ist das Dorf, das du von allen Fotos kennst, von oben, mit dem Weinberg davor. Hier lohnt sich der kurze Aufstieg zum Aussichtspunkt. Mittagessen im Dorf: Focaccia vom Bäcker oder ein Teller Pesto-Pasta im Trattoria. Setz dich nicht in das erstbeste Lokal direkt am Hafen, ein paar Meter weiter oben wird es deutlich günstiger.
13:45 Uhr Zug nach Vernazza.
13:45 bis 15:15 Uhr Vernazza. Das ist das schönste der fünf Dörfer, sagen viele, und sie haben nicht unrecht. Der kleine Hafen mit den bunten Booten, die enge Piazza, der Turm oben drüber. Hier kannst du einfach sitzen und schauen. Oder du kaufst dir einen Eisbecher und tust dasselbe.
15:30 Uhr Zurück zum Auto in Riomaggiore, Abfahrt Richtung Genua.
17:15 bis 17:30 Uhr Rückkehr am Hafen Genua, genug Puffer bis zum Ablegen.
Corniglia und Monterosso: Wann die sich lohnen
Corniglia liegt als einziges Dorf nicht direkt am Meer, sondern auf einem Felsen drüber. Um da hinzukommen, steigst du entweder 380 Treppenstufen hoch oder nimmst den Shuttle vom Bahnhof. Wenn du Zeit hast und wenig Knieschmerzen, schön. Für Kreuzfahrer mit begrenztem Zeitfenster eher optional.
Monterosso al Mare im Norden ist das größte der fünf Dörfer und hat den einzigen richtigen Sandstrand der Cinque Terre. Wer Sonne und Meer haben möchte, ist hier richtig. Wer die klassischen Bilderbuch-Dörfer sucht, dem reichen Vernazza und Manarola vollständig.
Parken: Wo, wie, was es kostet
Das wichtigste zuerst: Fahre auf keinen Fall in die Ortszentren rein. Die Zufahrtsverbote werden mit Kameras überwacht und die Bußgelder kommen garantiert, auch Wochen später per Post.
Die wichtigsten Parkmöglichkeiten:
- Parcheggio Riomaggiore (Ausgangspunkt im Süden): Parkhaus, offen, gut ausgeschildert, ca. 3 Euro/Stunde.
- Parcheggio La Spezia (Bahnhof La Spezia Centrale): Günstiger als im Nationalpark, dann mit dem Zug rein. Tagesticket oft unter 10 Euro. Wer lieber alle Dörfer per Zug ansteuern will, parkt hier.
- Levanto (nördlichste Option): Kleines Städtchen nördlich von Monterosso, entspannter Parkplatz, von hier geht ebenfalls der Zug in die Cinque Terre.
Der Tipp für alle, die möglichst wenig Stress wollen: Parkplatz in La Spezia, Tageskarte, Zug durch alle Dörfer. Das kostet unterm Strich nicht mehr, erspart aber die Sucherei.
Was nervt: Ehrliche Hinweise für echte Erwartungen
Die Cinque Terre sind überlaufen. Das ist keine Überraschung mehr, aber es muss gesagt werden. Im Juli und August quetschen sich die Menschen durch Vernazza wie U-Bahn-Pendler zur Hauptverkehrszeit. Wer früh da ist, also wirklich früh, also vor 11 Uhr, hat deutlich mehr Ruhe. Wer um 13 Uhr in Vernazza einfährt, steht in einer Menschenmenge.
Das Wandern zwischen den Dörfern klingt romantisch. Es ist es auch, wenn du gut zu Fuß bist und Zeit hast. Der bekannteste Küstenweg zwischen Riomaggiore und Manarola, früher "Via dell'Amore", ist seit Jahren immer wieder wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Vor dem Ausflug kurz checken, ob er aktuell offen ist. Die anderen Wanderwege sind teils sehr steil und anstrengender als die Instagram-Bilder vermuten lassen.
Essen in den Dörfern ist teuer. Nicht obszön teuer, aber Touristeninflation ist definitiv vorhanden. Ein Teller Pasta kostet 14 bis 18 Euro, eine Cola leicht das Doppelte von dem, was du in einer Genueser Bar zahlst.
Rückkehr ans Schiff: Das solltest du nicht vergessen
Der Kreuzfahrthafen Genua (Stazione Marittima) liegt zentral, aber je nachdem, welches Terminal dein Schiff nutzt, kann der Fußweg von der Parkgarage noch einmal zehn bis fünfzehn Minuten dauern. Frag beim Mietwagenstand nach, wo du das Auto genau abgibst, und rechne diese Zeit ein.
Wenn dein Schiff um 18:00 Uhr ablegt, solltest du spätestens um 17:00 Uhr am Terminal sein. Das gibt dir genug Zeit für Abgabe, Einsteigen und einen letzten Espresso am Pier.
Mit einem Mietwagen von CruiseCars buchst du direkt am Kreuzfahrtterminal Genua, ohne Taxifahrt zur Mietstation und ohne Zeitverlust. So bleibt mehr davon für Vernazza.
Mehr Inspiration für deinen nächsten Landgang findest du im CruiseCars Reisemagazin.

