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Gran Canaria auf eigene Faust: Die perfekte Rundfahrt für einen Kreuzfahrt-Landgang

06.07.2026

Gran Canaria Landgang: Rundfahrt per Mietwagen

Gran Canaria auf eigene Faust: Die perfekte Rundfahrt für einen Kreuzfahrt-Landgang

Du legst in Las Palmas an, hast vielleicht acht bis zehn Stunden Zeit, und Gran Canaria liegt vor dir wie ein Kontinent im Miniformat. Vulkankrater, Sanddünen, tiefe Schluchten, ein Badeort nach dem anderen. Das Problem: Mit dem Ausflugsprogramm des Schiffes sitzt du im Bus, hältst an, wo alle anhalten, und stehst an, wo alle anstehen. Mit einem eigenen Mietwagen sieht das komplett anders aus. Du fährst, wann du willst. Du bleibst, solange du willst. Und du isst dort, wo kein Reiseführer einen Schild aufgehängt hat.

Hier kommt der Plan.

Was du vorher wissen solltest

Gran Canaria ist kleiner als du denkst, aber die Straßen sind kurvenreicher als du glaubst. Von Las Palmas bis ins Zentrum der Insel (Roque Nublo, rund 1800 Meter Höhe) brauchst du gut 50 bis 60 Minuten. Die GC-1 nach Süden ist eine schnelle Autobahn, aber sobald du ins Inland abbiegst, wird aus "20 Kilometer" locker eine halbe Stunde Fahrzeit. Kalkuliere das ein.

Parken ist im Zentrum von Las Palmas nicht dein Problem, weil du sowieso sofort rausfahren willst. In Maspalomas und am Roque Nublo gibt es ausgewiesene Parkplätze. Die kosten manchmal ein paar Euro, manchmal nichts. Bargeld in kleinen Scheinen mitnehmen, das schadet nie.

Noch ein ehrlicher Hinweis: Der Hafen Santa Catalina in Las Palmas liegt direkt in der Stadt. Kein langer Transfer, kein nerviges Busshuttle. Du holst deinen Wagen am Hafen ab und bist in fünf Minuten auf der Autobahn. Das ist ein echter Vorteil gegenüber vielen anderen Kreuzfahrthäfen.

Die Route: Ein Tag, drei Highlights

Diese Route ist kein Pflichtprogramm. Sie ist ein Vorschlag, der gut funktioniert, weil er die Insel von Nord nach Süd quert, mit einem Schwenk ins Landesinnere. Du siehst Berge, Dünen und Küste, ohne acht Stunden nur im Auto zu sitzen.

8:30 Uhr: Abfahrt in Las Palmas

Hol deinen Wagen, gib die Adresse "Pico de las Nieves" ins Navi ein und fahr los. Die Route führt dich auf der GC-15 ins Inselinnere, durch Telde und weiter nach oben. Die Landschaft wechselt schneller als du erwartest: erst Stadtrand, dann Kiefernwälder, dann dieser leicht surreale Moment, wenn du auf einmal über den Wolken bist und die ganze Ostküste unter dir liegt.

10:00 Uhr: Pico de las Nieves (1949 m)

Das ist der höchste Punkt der Insel, und er lohnt sich. Nicht weil du da irgendwas "erlebt" hättest, sondern weil der Ausblick bei klarem Wetter schlicht unwirklich ist. Du siehst auf beiden Seiten Meer, dazwischen tiefe Schluchten, und manchmal ragt der Teide auf Teneriffa aus dem Dunst. Auf dem Parkplatz oben ist ein kleines Militärgelände, das Aussichtspunkt-Areal ist frei zugänglich. Kalt kann es sein, auch im Winter, also eine Jacke einpacken.

Planzeit hier: 30 bis 45 Minuten.

10:45 Uhr: Roque Nublo

Nur ein paar Kilometer weiter, aber ein ganz anderes Erlebnis. Der Roque Nublo ist dieser markante Felsturm aus Vulkangestein, der auf jedem Gran-Canaria-Foto auftaucht. Vom Parkplatz an der GC-600 läufst du etwa 25 bis 30 Minuten bergauf bis zum Fels. Der Weg ist nicht schwer, aber steil genug, dass du danach Hunger hast. Festes Schuhwerk empfohlen, Sandalen sind eine schlechte Idee.

Der Parkplatz kostet ein paar Euro, es gibt Kontrollen. Nicht schlau sein und wild parken, die Ordnungsamt-Jungs auf Gran Canaria sind gründlich.

Planzeit insgesamt (Weg + oben bleiben): 1,5 bis 2 Stunden.

13:00 Uhr: Mittagessen in Tejeda

Direkt auf dem Weg nach unten liegt Tejeda, eines der hübschesten Dörfer der Insel. Weiße Häuser, Schluchtblick, Terrassen mit echtem Essen. Kein touristisches Potemkin-Dorf, sondern ein Ort, wo die Leute tatsächlich wohnen. Probier den Bienmesabe (eine Art Mandelcreme, die man zu allem isst) und das Conejo en salmorejo (Kaninchen in Marinade). Die Restaurants rund um die Dorfkirche sind solide, die Preise fair. Für zehn bis fünfzehn Euro isst du gut.

Planzeit: 45 bis 60 Minuten.

14:15 Uhr: Fahrt nach Maspalomas

Jetzt geht's runter in den Süden. Die GC-60 und dann die GC-1 nehmen dich zügig nach Maspalomas, das dauert 40 bis 50 Minuten. Maspalomas selbst ist touristisch, das ist kein Geheimnis. Hotelbunker, Souvenirläden, alles da. Aber die Dünen sind wirklich beeindruckend. Dieser Fleck am südlichsten Zipfel der Insel, wo Sanddünen direkt ans Meer stoßen, sieht aus wie Sahara trifft Atlantik. Weil das so ist.

Parkiere am Faro de Maspalomas (dem Leuchtturm), von dort läufst du direkt in die Dünen. Der Parkplatz ist gebührenpflichtig, plane ein paar Euro ein. Geh nicht in Flipflops tief rein, der Sand ist heiß und tief, und du willst pünktlich zurück sein.

Planzeit: 1 bis 1,5 Stunden.

16:00 Uhr: Kurzer Stopp am Palmitos Park oder Badepause (optional)

Wenn du Kinder dabei hast oder einfach ins Wasser willst: Die Strände rund um Playa del Inglés und Maspalomas sind gut. Keine wilden Wellen, ruhiges Wasser. Für eine schnelle Abkühlung reicht die Zeit.

Wer lieber Richtung Osten abbiegt, kann auf dem Rückweg noch kurz in Agüimes oder Ingenio stoppen, zwei Orte, die kaum jemand kennt und die genau deshalb nett sind.

17:30 Uhr: Rückfahrt nach Las Palmas

Von Maspalomas nach Las Palmas sind es auf der GC-1 rund 50 Kilometer, das schaffst du in 45 bis 55 Minuten bei normalem Verkehr. Nachmittags kann es auf der Autobahn etwas zäher werden, Richtung Las Palmas ist aber meistens freier als Richtung Süden morgens. Trotzdem: Kalkuliere einen Puffer von mindestens 30 Minuten zur Abfahrtszeit deines Schiffes ein. Kein Stress, lieber zehn Minuten früher am Hafen.

Was du dir sparen kannst

Puerto Rico und Puerto de Mogán als Kreuzfahrer zu besuchen ist grundsätzlich nett, aber für einen einzelnen Tag kostet es zu viel Zeit. Mogán ist hübsch, aber von Las Palmas aus mit dem Auto fast eine Stunde, und du stehst in der Hochsaison in der Engstelle der Hafenpromenade zwischen hundert anderen Tagestouristen. Ein anderes Mal.

Das Lanzarote-Fähre-Argument kannst du dir ebenfalls sparen. Gran Canaria allein füllt einen Landgang locker aus.

Praktische Checkliste für den Tag

So bist du flexibel und pünktlich zurück

Dieser Tag funktioniert, weil du kein Busfahrplan-Sklave bist. Du bleibst bei Roque Nublo länger, wenn der Ausblick stimmt. Du sitzt in Tejeda eine Runde länger auf der Terrasse. Und du weißt, dass du den Wagen einfach ans Schiff zurückbringst, ohne irgendwo auf eine Gruppe warten zu müssen. Mit einem Mietwagen direkt am Hafen Las Palmas über CruiseCars buchst du das bequem vor der Reise, hast deinen Wagen beim Anlegen schon bereitstehen und gibst ihn entspannt ab, bevor du wieder an Bord gehst. Gran Canaria in einem Tag. Geht besser als du dachtest.

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