Korfu auf eigene Faust: Die schönsten Ecken der Insel mit dem Mietwagen entdecken
Korfu. Für viele Kreuzfahrer bedeutet das: kurz in die Altstadt schlendern, ein Foto vor dem Liston machen, Gyros essen, zurück ans Schiff. Schade drum. Die Insel hat so viel mehr. Versteckte Buchten, halb verlassene Bergdörfer, Olivenhaine, die schon die Venezianer kannten. Und das meiste davon erreichst du nur, wenn du selbst am Steuer sitzt.
Ein Landgang-Tag auf Korfu mit dem Mietwagen ist einer der besten, die du dir auf einer Kreuzfahrt gönnen kannst. Vorausgesetzt, du weißt, wohin du fährst.
Ankunft im Hafen: Kein Stress, aber zügig starten
Das Kreuzfahrtschiff legt in der Regel direkt am Hafen von Korfu-Stadt (Kerkyra) an, gut fußläufig zur Altstadt. Der Hafen ist überschaubar, die Orientierung kein Problem.
Wichtig: Fang früh an. Wer um 8:30 Uhr vom Schiff geht, hat deutlich mehr von der Insel als wer erst um 10 Uhr losschlendert. Die bekanntesten Spots füllen sich schnell, besonders im Hochsommer zwischen Juni und September.
Dein Mietwagen wartet direkt am Hafen. Kurze Übergabe, Schlüssel in der Hand, und dann geht es los.
Die Route: Ein Tag, der sich lohnt
Hier ist ein konkreter Tagesplan, den du so oder leicht angepasst umsetzen kannst. Gesamtstrecke liegt bei etwa 100 bis 120 Kilometern, je nachdem wie viel du trempelst.
8:30 Uhr: Start in Korfu-Stadt
Bevor du losfährst, kurzer Abstecher durch die Altstadt. Die Venezianische Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und morgens noch halbwegs ruhig. Die Liston-Arkaden, die Alte Festung mit Blick aufs Meer, das Durcheinander aus griechischer und venezianischer Architektur. Das dauert keine 45 Minuten, reicht aber für einen guten ersten Eindruck. Dann ins Auto und raus.
9:30 Uhr: Paleokastritsa, aber früh!
Rund 25 Kilometer westlich von Korfu-Stadt liegt Paleokastritsa. Die Fahrt dauert etwa 35 bis 40 Minuten, führt durch Hügelland und Olivenwälder, und das ist schon schön für sich.
Paleokastritsa selbst ist eine der bekanntesten Buchten auf Korfu, türkisfarbenes Wasser, markante Felsen, Kloster auf dem Hügel. Das Problem: Ab 11 Uhr wirst du dort von Ausflugsbooten und Bussen überrollt. Wenn du um halb zehn da bist, hast du die Bucht fast für dich. Schwimmen lohnt sich, das Wasser ist klar und ruhig.
Das Kloster Theotokos auf dem Felsen drüber ist frei zugänglich. Kleiderordnung beachten, also Schultern und Knie bedeckt. Der Ausblick von dort oben ist die paar Treppenstufen wert.
Parkplätze gibt es am Ortseingang. Im Hochsommer kostet das ein paar Euro, zur Not auch einfach etwas weiter oben an der Straße parken und laufen.
11:00 Uhr: Angelokastro und der Blick, der alle plättet
Nur wenige Kilometer nördlich von Paleokastritsa, direkt an der Westküste, thront Angelokastro. Eine byzantinische Festungsruine auf einem schroffen Felsvorsprung, etwa 100 Meter über dem Meer. Der Eintritt liegt bei wenigen Euro, der Weg hoch ist kurz aber steil.
Hier kommen deutlich weniger Leute hin als nach Paleokastritsa. Das Panorama über die Westküste Korfus ist spektakulär. Klare Empfehlung: nicht überspringen.
12:30 Uhr: Mittagessen in Lakones oder Krini
Statt in einem der überteuerten Tourirestaurants unten am Wasser zu sitzen, fahr in die Berge. Die Dörfer Lakones und Krini liegen oberhalb von Paleokastritsa, die Straße schlängelt sich durch Olivenhaine hinauf. Kleines Warnsignal: Die Straße ist eng. Nichts Wildes, aber mit großen Mietwagen etwas fummelig.
In Lakones gibt es ein paar Tavernen mit Terrassen und direktem Blick aufs Meer. Preise sind spürbar moderater als unten. Frischer Fisch, Horiatiki-Salat, ein kühles Bier. Das dauert eine Stunde und ist gut investierte Zeit.
14:00 Uhr: Rauf in den Norden, Sidari oder Canal d'Amour
Vom Mittagessen aus geht es weiter nach Norden, rund 30 bis 35 Kilometer bis nach Sidari. Die Formation "Canal d'Amour" ist ein Promi-Spot auf Korfu, Sandsteinriffe, die von Wellen zu schmalen Kanälen geformt wurden. Schön zum Anschauen, schön zum Schwimmen. Im Hochsommer voll, aber zu dieser Uhrzeit ist der erste Touristenansturm vom Morgen meist schon wieder abgeflaut.
Wer lieber ruhigere Strände mag: Ein paar Kilometer östlich von Sidari liegt Acharavi, einer der längsten Strände im Norden, weniger gedrängt, mit ordentlichen kleinen Tavernen direkt am Wasser.
15:30 Uhr: Rückweg über das Landesinnere, Spartilas oder Strinilas
Der Rückweg nach Korfu-Stadt durch das Bergland lohnt eine kleine Pause. Die Dörfer im Pantokrator-Massiv, z.B. Spartilas oder Strinilas, sind fast klischeehaft schön. Enge Gassen, alte Steinhäuser, Katzen auf Mauern. Wenn du magst, halt kurz an und lauf fünf Minuten durch. Kein Touristenrummel, kein Souvenirladen. Einfach echtes griechisches Dorf.
17:00 Uhr: Zurück nach Korfu-Stadt
Plane die Rückfahrt großzügig. Von Spartilas bis zum Hafen sind es etwa 20 bis 25 Kilometer, das sind unter normalen Umständen 35 bis 45 Minuten. Aber auf Korfu gibt es im Feierabendverkehr um die Stadteinfahrt manchmal Stau. Rechne immer mindestens eine Stunde Puffer vor Einschiffungsschluss ein. Der Mietwagen wird direkt am Hafen zurückgegeben.
Praktische Tipps: Was du wissen solltest, bevor du losfährst
- Fahren auf Korfu: Griechen fahren zügig, besonders auf Landstraßen. Kein Grund zur Panik, aber bleib entspannt und lass überholen.
- Straßen im Norden und Westen: Viele Bergstraßen sind schmal. Ein kleines oder mittelgroßes Auto ist deutlich angenehmer als ein großer SUV.
- Navi: Google Maps funktioniert gut auf Korfu. Offline-Karte vorher runterladen, das Datennetz in abgelegenen Gegenden kann dünn sein.
- Benzin: Fahr nicht mit halbleerem Tank los. Im Landesinneren gibt es nur wenige Tankstellen, und die in touristischen Zonen sind teurer.
- Bargeld: Viele kleinere Tavernen und Parkplätze nehmen nur Bares. 30 bis 50 Euro dabei zu haben schadet nie.
- Schwimmsachen: Einpacken. Immer. Auch wenn du "eigentlich nicht zum Schwimmen" willst.
Was du dir schenken kannst
Achilleion, der Palast von Kaiserin Sisi, ist touristisch stark frequentiert und kostet Eintritt. Schön für Sisi-Fans, für alle anderen eher mäßig interessant. Kannst du machen, aber wenn die Zeit knapp ist, lieber weiter.
Korfu-Stadt selbst ist am Nachmittag mit Tagestouristen aus den Hotelbussen und anderen Schiffen gefüllt. Den großen Stadtbummel also lieber morgens erledigen, nicht als letzten Stop des Tages.
Fazit: Korfu steckt mehr drin, als der Hafen ahnen lässt
Ein Tag auf Korfu kann sich anfühlen wie eine Woche Insel, wenn du ihn klug angehst. Buchten, Burgen, Bergdörfer, Mittagessen mit Meerblick. Und das alles auf eigene Faust, in deinem Tempo, ohne auf einen Reiseleiter warten zu müssen.
Mit einem Mietwagen von CruiseCars, der direkt am Kreuzfahrthafen auf dich wartet, bist du flexibel unterwegs und kommst garantiert rechtzeitig zurück ans Schiff. Kein Bus, kein Stress, kein verpasstes Ablegen.

