Grüne Insel entdecken: Die schönsten Naturziele La Palmas beim Kreuzfahrt-Landgang
La Palma wird auch "La Isla Bonita" genannt, aber ehrlich gesagt ist der treffendere Spitzname "La Isla Verde", die grüne Insel. Hier wächst Lorbeerwald, den es sonst fast nirgendwo mehr auf der Welt gibt. Vulkankrater so groß, dass du den Rand kaum siehst. Und Stille, echte Stille, die auf den Kanaren nicht selbstverständlich ist.
Das Schiff legt im kleinen Hafen von Santa Cruz de La Palma an, einem der schönsten Kolonialstädte der ganzen Inselgruppe. Und dann hast du, sagen wir, sechs bis acht Stunden. Das klingt knapp. Ist es aber nicht, wenn du weißt, wohin du fährst.
Was du wissen musst, bevor du loslegst
La Palma ist kompakt, aber bergig. Die Straßen sind kurvenreich und manchmal schmal. Das ist kein Problem, wenn du darauf vorbereitet bist. Mit dem Bus kommst du nur bedingt weit, weil die Taktung für Landgänger schlecht funktioniert. Zu Fuß vom Hafen? Schön für die Innenstadt, aber nicht für die Naturziele.
Ein Mietwagen ist hier wirklich der Unterschied zwischen "ich hab ein bisschen die Küste gesehen" und "ich hab die Insel verstanden". Die Distanzen in Kilometer klingen oft harmlos. Die Fahrzeit auf Bergstraßen ist eine andere Geschichte. Plane für jede Strecke immer etwas mehr Zeit ein, als Google Maps sagt.
Und: Bring Schichten. Oben in der Caldera oder im Lorbeerwald kann es deutlich kühler und feuchter sein als unten am Hafen.
Nationalpark Caldera de Taburiente: Das Herzstück der Insel
Die Caldera de Taburiente ist eine riesige Erosionskrater-Formation im Zentrum der Insel. Rund zwölf Kilometer Durchmesser, Wände bis zu 1.500 Meter hoch, und mittendrin ein grünes Tal mit Kiefernwäldern und Bächen. Es ist eines der wenigen Naturschutzgebiete Spaniens, das wirklich beeindruckt, ohne dass du dafür tief in die Berge wandern müsstest.
Der Aussichtspunkt Mirador de la Cumbrecita
Für Kreuzfahrer mit begrenzter Zeit ist der Mirador de la Cumbrecita die beste Option. Von Santa Cruz aus fährst du über Los Llanos de Aridane, das dauert rund 45 bis 55 Minuten. Die letzten Kilometer zur Cumbrecita sind für Privatfahrzeuge je nach Tageszeit gesperrt, es gibt aber einen kostenlosen Shuttle-Bus ab dem Parkplatz unten. Der fährt regelmäßig und ist unkompliziert.
Oben angekommen stehst du am Kraterrand und schaust in dieses riesige grüne Loch. Das ist einer dieser Momente, wo man kurz gar nichts sagt.
Tipp für den Zeitplan: Wenn dein Schiff um 8:00 Uhr anlegt, kannst du gegen 9:00 Uhr losfahren, bist gegen 10:00 Uhr an der Cumbrecita und hast genug Zeit für den Aussichtspunkt und einen kurzen Spaziergang auf einem der Randwege. Gegen 12:00 Uhr wieder zurück Richtung Hafen, und du hast noch Zeit für einen Kaffee in Santa Cruz.
Wandern in der Caldera: Für alle, die mehr wollen
Wer wandern möchte, braucht mehr Zeit und gute Schuhe. Der Abstieg ins Caldera-Tal ist wunderschön, aber du solltest mindestens drei bis vier Stunden für eine einfache Tour einplanen, plus die Fahrzeit. Das ist nur realistisch, wenn dein Schiff einen späten Abfahrtstermin hat, also frühestens 18:00 Uhr oder 19:00 Uhr. Unterschätze nie den Zeitpuffer fürs Schiff. Einmal zu spät ist einmal zu oft.
Lorbeerwald: Fossiles Grün aus einer anderen Zeit
Der Lorbeerwald, auf Spanisch "Laurisilva", ist auf La Palma noch erstaunlich gut erhalten. Er ist ein Relikt aus der Zeit vor der letzten Eiszeit und kommt auf den Kanaren, Madeira und den Azoren in Resten noch vor. Auf La Palma findest du ihn vor allem im Norden der Insel, rund um Los Tilos.
Los Tilos: Der bekannteste Lorbeerwaldweg
Das Naturschutzgebiet Los Tilos liegt im Barranco del Agua, einer feuchten Schlucht im Nordosten. Die Anfahrt von Santa Cruz dauert rund 30 bis 40 Minuten. Es gibt einen gut ausgeschilderten Wanderweg durch die Schlucht, der auch für Nicht-Profis gut machbar ist. Nasses Gestein, also festes Schuhwerk ist kein Luxus, sondern Pflicht.
Das Besondere: Du spazierst durch Wald, der sich anfühlt wie ein uralter Fantasiefilm. Moosbedeckte Felsen, Farne, Baumheide, alles nahe beieinander, alles feucht und grün. Der Kontrast zur trockenen Küste unten ist frappierend.
Zeitplanung: Hin und zurück mit einer moderaten Strecke von zwei bis drei Kilometer Wanderweg brauchst du etwa zwei Stunden vor Ort. Zusammen mit der Fahrzeit ein halber Tag.
Vulkanrouten im Süden: La Palma brodelt noch
La Palma ist geologisch sehr aktiv. Der Ausbruch des Cumbre Vieja im Herbst 2021 hat das eindrucksvoll in Erinnerung gerufen. Der Vulkan liegt im Süden der Insel, und obwohl viele Bereiche nach dem Ausbruch noch gesperrt sind oder sich im Wiederaufbau befinden, gibt es im Bereich der Ruta de los Volcanes alte Lavafelder und Vulkankegel, die sich gut erkunden lassen.
Was du im Süden siehst und was nicht
Ehrlich gesagt: Einige der spektakulärsten Bereiche direkt um den Cumbre-Vieja-Ausbruch 2021 sind noch nicht frei zugänglich oder nur eingeschränkt begehbar. Informiere dich vor dem Besuch über aktuelle Sperrungen, die ändern sich. Was du aber definitiv sehen kannst: die älteren Lavawüsten rund um Fuencaliente und den Leuchtturm am Südkap, wo das schwarze Lavagestein auf den Atlantik trifft. Das ist ein starkes Bild.
Die Fahrt von Santa Cruz nach Fuencaliente dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Eine kurze Runde dort, Fotos, Blick aufs Meer, und zurück. Gut machbar, wenn du den Norden oder die Caldera schon am Morgen abgehakt hast.
Ein Tages-Zeitplan für deinen Landgang
Hier ein konkreter Vorschlag, wenn du sechs bis sieben Stunden Zeit hast:
- 08:30 Uhr Mietwagen am Hafen abholen, kurze Orientierung
- 09:00 Uhr Abfahrt Richtung Caldera de Taburiente
- 09:50 Uhr Ankunft Parkplatz unterhalb der Cumbrecita, Shuttle nehmen
- 10:15 bis 12:00 Uhr Aussichtspunkt und Spaziergang am Kraterrand
- 12:15 Uhr Rückfahrt, Stopp in Los Llanos de Aridane für eine Kleinigkeit zu essen (der Marktplatz ist hübsch)
- 13:30 Uhr Weiterfahrt in den Norden Richtung Los Tilos
- 14:00 bis 15:30 Uhr Lorbeerwaldweg
- 16:15 Uhr zurück in Santa Cruz, kurze Runde durch die Altstadt
- 17:00 Uhr am Hafen, Zeit für einen Puffer
Das ist ein voller Tag, der sich aber nicht gehetzt anfühlt. Den Süden und Fuencaliente würde ich für einen anderen Besuch aufheben oder nur einplanen, wenn das Schiff wirklich spät ablegt.
Was du noch wissen solltest
Tanken ist günstig, aber nicht überall. Füll den Tank in Santa Cruz oder Los Llanos, im Norden oder auf dem Weg zur Cumbrecita gibt es kaum Stationen.
Bargeld mitnehmen. Kleine Cafés und Parkautomaten akzeptieren nicht immer Karte.
Und noch einmal: Baue immer einen Puffer von mindestens 45 bis 60 Minuten vor Schiffsabfahrt ein. Kreuzfahrtschiffe warten nicht.
Mit einem Mietwagen direkt am Hafen von CruiseCars holst du das Maximum aus deinem Landgang heraus, kommst flexibel überall hin und weißt, dass du pünktlich zurück am Schiff bist. Kein Umweg, kein Stress, kein verpasster Abend auf See.

