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Von La Spezia auf eigene Faust: Die Cinque Terre per Mietwagen entdecken

La Spezia · 14.09.2026

Cinque Terre per Mietwagen: Landgang La Spezia

Von La Spezia auf eigene Faust: Die Cinque Terre per Mietwagen entdecken

La Spezia ist kein klassisches Touristen-Highlight. Kein Tourismusbüro auf der Welt würde die Stadt selbst als Reiseziel verkaufen. Aber genau das macht sie so wertvoll für dich als Kreuzfahrtgast: Der Hafen liegt fast direkt neben dem Parkplatz der Welt für die Cinque Terre. Fünf Dörfer, klebrig-bunt an Felsklippen über dem Meer. Kein Auto kommt in die meisten davon rein. Trotzdem ist ein Mietwagen hier dein bestes Werkzeug für einen richtig guten Tag.

Warum? Weil du die Dörfer von oben anfahren kannst, bevor der Touristenstrom kommt. Weil du zwischen den Orten wechselst, wann es dir passt. Und weil du pünktlich zurück am Schiff bist, ohne nervös auf einen Regionalzug zu warten, der mal wieder Verspätung hat.

Was du über die Cinque Terre grundsätzlich wissen musst

Die fünf Dörfer heißen, von Süden nach Norden: Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso al Mare. Sie liegen alle im Nationalpark Cinque Terre, und der Nationalpark hat eigene Regeln. Wichtigste davon für dich: Mit dem privaten Mietwagen fährst du nicht in die Dörfer hinein. Die schmalen Straßen sind für Anwohner und lokalen Verkehr reserviert. Das klingt nach einem Problem. Es ist keins, wenn du weißt, wie du es angehst.

Es gibt für jedes Dorf einen Parkplatz oberhalb, auf dem Bergrücken. Von dort geht es zu Fuß bergab ins Dorf, meistens 10 bis 20 Minuten. Auf dem Rückweg ist es entsprechend mehr Schweiß. Stell dich darauf ein.

Wie du den Tag am besten einteilst

Ein realistischer Zeitplan für einen typischen Landgang mit Abfahrt kurz nach Ankunft des Schiffes:

Gegen 8:30 Uhr: Mietwagen am Hafen abholen. Die Mietstation am Fährhafen La Spezia ist bequem zu Fuß erreichbar. Direkt einsteigen und losfahren, bevor die Parkplätze an den Dörfern voll werden.

9:00 bis 10:30 Uhr: Manarola. Fahr als erstes nach Manarola. Das ist das Dorf mit dem Anblick, den du von Postkarten kennst. Die Panoramaterrasse oberhalb des Dorfes (Punta Bonfiglio) bietet dir das klassische Foto, und um diese Uhrzeit stehst du da noch fast allein. Parkplatz: Parcheggio Manarola oberhalb des Dorfes, gut ausgeschildert. Kosten ca. 3 bis 5 Euro für den ersten Block. Lauf die ca. 15 Minuten bergab ins Dorf, Kaffee trinken, kurz ans Wasser, zurück hoch zum Auto.

10:45 bis 12:15 Uhr: Vernazza. Das kompakteste und für viele schönste Dorf der fünf. Der kleine Hafen mit dem Turm ist ikonisch. Parkplatz Vernazza liegt ebenfalls oberhalb, ca. 12 bis 15 Minuten Fußweg bergab. Vernazza ist bei Tagestouristen sehr beliebt, also bleib nicht zu lang, wenn es dir zu voll wird.

12:30 bis 14:00 Uhr: Monterosso al Mare. Hier gibt es den einzigen richtigen Strand der Cinque Terre. Wenn du kurz ins Wasser willst oder einfach in Ruhe essen möchtest, ist Monterosso der richtige Stopp. Das Dorf ist etwas flacher und zugänglicher als die anderen. Hier gibt es auch mehr Restaurants ohne Touristenfalle-Feeling, wenn du eine Gasse ins Hinterland läufst.

14:30 bis 15:30 Uhr: Aussichtspunkt Volastra oder Portovenere. Wenn dein Schiff erst am späten Nachmittag ablegt, lohnt sich ein Abstecher. Volastra ist ein kleines Weindorf auf dem Kamm zwischen Riomaggiore und Manarola, mit einem Panorama, das die meisten Touristen nie sehen. Oder du fährst in die andere Richtung nach Portovenere, ein mittelalterliches Küstenstädtchen südlich von La Spezia, mit Kirche auf dem Felsen und einer ganz anderen Energie als die Cinque-Terre-Dörfer.

Spätestens 30 Minuten vor Schiff-Deadline zurück am Hafen. Plane großzügig. Die Straße ins Hafengebiet kann stocken.

Parken: Das musst du wirklich wissen

Die Parkplätze oberhalb der Dörfer sind nicht besonders groß. Wer um 10 Uhr ankommt, findet oft noch Platz. Wer um 11:30 Uhr ankommt, kreist. Das ist die Realität im Hochsommer, besonders Juli und August.

Tipp: Schau dir vor dem Landgang die Webseite des Nationalparks oder Google Maps an, ob es aktuelle Infos zu Parkplatzsperrungen gibt. Im Sommer werden manchmal Zufahrtsstraßen zu bestimmten Uhrzeiten für Tagestouristen gesperrt, besonders Richtung Vernazza und Corniglia. Dann heißt es: früh da sein oder alternativ das Auto in La Spezia lassen und für die Dörfer dazwischen den Regionalzug nehmen. Der fährt häufig und kostet fast nichts.

Parkgebühren liegen je nach Ort und Saison bei etwa 2 bis 6 Euro pro Stunde oder pauschal 10 bis 15 Euro für den Tag. Bargeld oder Karte bereithalten, die Automaten sind mal so, mal so.

Was du getrost weglassen kannst

Corniglia. Das einzige Dorf ohne direkten Meereszugang liegt auf einem Felsplateau, und der Aufstieg vom Bahnhof zieht sich. Per Auto parkst du oberhalb und läufst trotzdem 15 Minuten. Schön, klar, aber wenn die Zeit knapp ist, kannst du es ohne schlechtes Gewissen aus dem Plan streichen.

Riomaggiore. Das südlichste Dorf ist häufig das erste, das Touristen anfahren, weil es am nächsten an La Spezia liegt. Das macht es früh sehr voll. Wenn du Manarola gesehen hast, das direkt nebenan liegt, bekommst du ein sehr ähnliches Flair ohne den extra Stau.

Der offizielle Wanderweg "Via dell'Amore". Klingt romantisch, ist es auch. Aber er ist seit Jahren immer wieder gesperrt, teils komplett, teils abschnittsweise, wegen Felssturzgefahr. Informiere dich vorab, ob er zum Zeitpunkt deines Besuches offen ist. Plane nicht blind damit.

Kurzer Kassensturz: Was kostet so ein Tag?

Macht insgesamt gut machbare 80 bis 120 Euro pro Person für einen richtig guten Tag. Deutlich günstiger als eine geführte Tour, und du bestimmst, wann du wo bist.

Zurück ans Schiff: Puffer nicht vergessen

La Spezia ist nicht riesig, aber der Hafen liegt etwas außerhalb der Innenstadt. Plane vom letzten Parkplatz mindestens 45 bis 60 Minuten Rückfahrt ein, inklusive Mietwagen abgeben und zum Terminal laufen. Im Sommer kann die Zufahrt zum Hafen ziehen. Stell dir am Morgen direkt einen Alarm auf dem Handy: "Späteste Abfahrt vom letzten Dorf."

Wenn du mit CruiseCars deinen Mietwagen direkt am Kreuzfahrthafen La Spezia buchst, sparst du dir schon mal den Transfer zur Mietstation. Auto abholen, einsteigen, los. Und wenn du den Tag so planst wie hier beschrieben, kommst du entspannt zurück, ohne das Schiff durch ein Bullauge davonfahren zu sehen.

Die Cinque Terre sind touristisch, ja. Manchmal nervig überlaufen, ja. Aber sie sind auch wirklich schön. Und wer früh da ist und weiß, wo er parkt, erlebt genau das.

Mehr Inspiration für deine Landgänge findest du in unserem Reisemagazin.

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