CruiseCarsReisemagazin

Jenseits des Touristentrubels: Geheimtipps für deinen Landgang auf Lanzarote

20.07.2026

Lanzarote Geheimtipps: Landgang abseits der Massen

Wenn das Schiff in Arrecife einläuft und du auf das Pier schaust, weißt du: heute wird ein guter Tag. Lanzarote ist eine der faszinierendsten Inseln der Kanaren, keine Frage. Aber die meisten Kreuzfahrtgäste machen genau dasselbe: Bus zum Timanfaya, kurzer Stop am Jameos del Agua, zurück. Fertig. Schade eigentlich.

Denn die Insel hat Ecken, die sich anfühlen wie ein anderer Planet. Und zwar einer, auf dem du der Einzige bist.

Erstmal kurz: Was ist eigentlich das Problem mit dem Standardprogramm?

Timanfaya ist eindrucksvoll, das stimmt. Aber du fährst da in einer Busprozession rein, stehst mit 500 anderen Leuten am selben Aussichtspunkt und bist wieder draußen, bevor du richtig begriffen hast, was du gerade gesehen hast. Wer mit dem eigenen Mietwagen unterwegs ist, hat eine ganz andere Freiheit: anhalten, wann du willst, Straßen nehmen, die auf keinem Reiseführer-Radar sind, und vor allem rechtzeitig zurück am Schiff sein.

Los geht's.

La Geria: Lanzarotes eigenartigster Weinberg

Die Weinberge der La Geria sehen aus, als hätte jemand die Insel verrückt bepflanzt. Jede einzelne Rebe sitzt in einem kleinen Krater aus schwarzer Vulkanasche, umgeben von einer halbkreisförmigen Steinmauer. Das ist kein Design, das ist Überlebensstrategie. Die Asche hält die Nachtfeuchtigkeit, die Mauer schützt vor Wind.

Das Ergebnis ist Malvasía, ein trockener Weißwein, der auf dem Festland kaum erhältlich ist. Und der hier in kleinen Bodegas direkt vor Ort ausgeschenkt wird.

Tipp: Die Bodega El Chupadero an der LZ-30 ist wenig besucht und hat eine Terrasse mit Blick auf die Weinlandschaft. Kein Busreisegruppen-Andrang, dafür gutes Glas Wein für 2 bis 3 Euro. Fahr einfach langsam die LZ-30 entlang und schau, wo ein Schild "Vinos" hängt. Das ist das halbe Rezept.

Von Arrecife aus bist du in etwa 25 Minuten dort.

Playa del Pozo: Die Bucht, die auf keiner Postkarte ist

Playa Papagayo kennen inzwischen zu viele. Schön, ja. Aber im Hochsommer oder wenn mehrere Schiffe gleichzeitig im Hafen liegen, ist da richtig was los.

Stattdessen: Fahr Richtung Yaiza und bieg dann auf die kleinen Küstenstraßen ab Richtung Playa del Pozo. Die Bucht ist nicht ausgeschildert, der Parkplatz ist ein staubiger Schotterfleck, und der Abstieg zur Bucht ist nichts für Flip-Flops. Dafür: schwarzer Lavasand, kaum Menschen, klares Wasser. Bring Wasser und Sonnencreme mit, es gibt dort keine Infrastruktur. Gar keine.

Und genau das ist der Punkt.

Jameos del Agua: Ja, aber früh

Okay, der steht auch auf der Standard-Tour. Aber es gibt einen Trick. Wenn du kurz nach der Öffnung um 9:30 Uhr dort ankommst, bist du oft fast allein in den Lavahöhlen. Der blinde Höhlenkrebs, für den die Anlage bekannt ist, ist tatsächlich faszinierend. Das leuchtend blaue Licht im Inneren auch. Nur leider ist das Erlebnis zwischen 11 und 13 Uhr durch Gruppenreisebusse komplett ruiniert.

Also: entweder ganz früh, oder du lässt es bleiben und fährst stattdessen zur...

Cueva de los Verdes: Die bessere Wahl für Höhlen-Fans

Weniger bekannt, aber ehrlich gesagt beeindruckender. Die Cueva de los Verdes ist Teil desselben Lavaturennetzwerks wie die Jameos, nur dass hier keine Bühnen und Restaurants eingebaut wurden. Es ist einfach eine Lavahöhle. Riesig. Dunkel. Still.

Der geführte Rundgang dauert etwa 45 Minuten und endet mit einem optischen Trick, den ich hier nicht verraten werde. Aber er funktioniert, und du wirst kurz das Gefühl haben, dich geirrt zu haben. Eintrittspreis liegt bei rund 9 bis 10 Euro. Lohnt sich.

Die Höhle liegt im Norden der Insel, nahe Arrieta, etwa 30 bis 35 Minuten von Arrecife.

Mirador del Río: Aber bitte ohne Bus

Dieser Aussichtspunkt ganz im Norden der Insel ist eines der Werke von César Manrique, Lanzarotes berühmtem Architekten und Künstler, der die Insel maßgeblich geprägt hat. Von oben siehst du die kleine Insel La Graciosa und bei klarem Wetter das tiefblaue Wasser der Meerenge dazwischen.

Das Besondere: Mit dem eigenen Auto kannst du entweder früh morgens ankommen, wenn die Buskonvois noch nicht da sind, oder du kombinierst den Stopp mit einer Fahrt durch den Norden über die Küstenstraße LZ-1. Die Straße ist spektakulär und fast immer leer.

Eintrittspreis für den Mirador: rund 5 Euro.

El Golfo: Das grüne Lagunen-Dorf

El Golfo ist ein kleines Fischerdorf an der Westküste, direkt neben einem erloschenen Vulkankrater, der halb ins Meer gebrochen ist. Darin liegt eine Lagune mit einem Grünton, der so surreal ist, dass man kurz überlegt, ob das Photoshop ist. Ist es nicht. Das Grün kommt von Algen, die sich in dem salzigen, abgeschlossenen Wasser angesammelt haben.

Der Ort selbst hat ein paar gute Fischrestaurants direkt an der Klippe. Mittags frischen Fisch essen, daneben die schwarze Lavaküste, dazu ein lokales Bier. Das ist einer dieser Momente, für die man eigentlich auf Reisen geht.

Von Playa Blanca aus ist El Golfo in etwa 15 Minuten erreichbar. Von Arrecife aus plane rund 45 Minuten ein.

Zeitplan für einen entspannten Geheimtipp-Tag

Klingt gut, aber wie passt das alles in einen Landgang? Hier ein realistischer Vorschlag, wenn du gegen 8 Uhr in Arrecife an Land gehst:

Puffer für die Einschiffung immer mit einkalkulieren. Wenn das Schiff um 18 Uhr ablegt, spätestens 17 Uhr wieder an Bord.

Was du lieber lassen solltest

Zwei ehrliche Hinweise, die in keinem Reiseführer stehen:

Praktisches für den Landgang

Lanzarote hat kaum Schatten. Wasser immer im Auto, Sonnencreme konsequent. Die Straßen sind gut ausgebaut, auch kleinere Küstenstraßen sind meist problemlos fahrbar. Parkgebühren gibt es an den meisten Sehenswürdigkeiten kaum, außer an einigen Stränden im Süden.

Tanken musst du nicht, wenn du nur einen Tagesausflug machst. Aber falls du eine größere Runde planst: Benzin ist auf den Kanaren günstiger als auf dem spanischen Festland.

Mit einem Mietwagen direkt am Hafen von Arrecife bist du sofort flexibel, verlierst keine Zeit mit Shuttle-Koordination und kommst garantiert pünktlich zurück. CruiseCars bringt dir den Wagen direkt ans Schiff. Kein Taxi, kein Rätselraten, kein Stress.

Lanzarote ist eine Insel, die belohnt, wer ein bisschen von der Hauptstraße abbiegt. Und genau dafür ist ein eigenes Auto gemacht.

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