Essen wie ein Einheimischer: Die besten Restaurants und Foodspots auf Lanzarote
Wer in Arrecife vom Schiff geht und einfach der Masse folgt, landet irgendwo mit einer laminierten Speisekarte und einem "Paella for two" für 35 Euro, die weder Paella noch besonders ist. Das muss nicht sein. Lanzarote hat eine Küche, die überraschend eigenständig ist, und sie versteckt sich nur leicht. Ein bisschen Orientierung und ein Mietwagen reichen völlig.
Was die kanarische Küche auf Lanzarote ausmacht
Erstmal kurz: Hier isst man nicht wie auf dem spanischen Festland. Die Kanaren haben ihr eigenes Ding. Papas arrugadas, das sind kleine, faltige Salzkartoffeln, die in kanarischem Meersalz gekocht werden, kommen zu fast allem. Dazu Mojo, entweder rot (mit Paprika und Knoblauch) oder grün (mit Koriander und Petersilie). Klingt simpel. Schmeckt aber so, dass man sich fragt, warum man das nicht schon immer gegessen hat.
Dazu kommt frischer Fisch, besonders Vieja (Papageienfisch) und Cherne (Zackenbarsch), gegrillter Oktopus und kanarische Fleischgerichte mit Mojo. Alles sehr erdverbunden, wenig Schnickschnack.
Arrecife: Was sich in der Hauptstadt lohnt
Der Hafen liegt direkt in Arrecife. Du musst also nicht weit fahren für den ersten guten Happen, wenn du es richtig anstellst.
Mercado Municipal de Arrecife
Fang hier an, besonders wenn du früh vom Schiff gehst. Der städtische Markt an der Calle José Antonio ist kein Touristenmarkt, der Obst verkauft, das eh keiner kauft. Hier kaufen echte Leute ein. Du siehst, welcher Fisch gerade frisch ist, kannst kanarischen Käse probieren (Majorero, der aus Fuerteventura kommt, ist auf ganz Lanzarote präsent) und brauchst nur ein bisschen Neugier. Keine Preisschilder in Euro und Dollar, kein Selfie-Spot. Genau deswegen lohnt es sich.
Restaurante Lilium
Direkt am Charco de San Ginés, dem kleinen Innensee von Arrecife, liegt das Lilium. Die Lage ist hübsch, die Küche ist modern-kanarisch und arbeitet mit lokalen Produkten. Kein Geheimtipp mehr, aber auch kein Touristenfang. Tintenfisch, Ziegenkäse aus der Region, ordentliche Weinkarte mit kanarischen Tropfen. Zum Mittagessen gut, abends ist es voller und die Wartezeiten länger.
Richtung Süden: Playa Blanca und die Punta Papagayo
Mit dem Mietwagen bist du von Arrecife in rund 45 Minuten in Playa Blanca. Das klingt viel, lohnt sich aber, wenn du eh in diese Ecke willst.
El Almacén de la Sal, Playa Blanca
Das Restaurant liegt ein bisschen abseits der Hafenpromenade, was schon ein gutes Zeichen ist. Frischer Fisch, keine große Show drumherum, faire Preise für die Qualität. Die gegrillte Vieja hier ist das, wofür du eigentlich nach Lanzarote gefahren bist. Einen Tisch reservieren, falls du mittags kommen willst, ist kein schlechter Gedanke.
Tipp: Fischer-Dörfer zwischen Arrecife und Playa Blanca
Auf dem Weg lohnt sich ein kurzer Stopp in Puerto Calero oder La Tiñosa. Kleine Chiringuitos direkt am Wasser, manchmal nur eine Handvoll Tische, Fisch vom Tag. Keine großen Schilder, manchmal nicht mal Google Maps-Einträge. Einfach parken, schauen, fragen.
Im Norden: Haría und der Sonntagsmarkt
Das Dorf Haría liegt im grünsten Teil der Insel, gut 35 Minuten nördlich von Arrecife. Wer am Samstag oder Sonntag kommt, hat Glück.
Mercado de Artesanía y Agricultura, Haría (samstags)
Samstags verwandelt sich der Dorfplatz in einen der wenigen Märkte auf Lanzarote, der wirklich Charakter hat. Lokale Produkte, selbstgemachte Marmeladen, Käse, Honig, getrocknete Feigen und Ziegenmilchprodukte. Händler, die ihr Zeug selbst anbauen oder produzieren. Du kannst hier locker eine Stunde verbringen und mit einem Beutel voll Mitbringsel rausgehen, die sich nach etwas anfühlen.
Casa Domingo, Haría
Wenige Meter vom Marktplatz entfernt ist Casa Domingo einer der verlässlichsten Tipps für kanarische Hausmannskost im Norden. Rabo de toro (Ochsenschwanz), Caldo de papas (Kartoffelsuppe), Fleisch vom Grill. Keine große Dekoration. Gutes Essen, faire Portionen, Einheimische am Nachbartisch. Was will man mehr.
Teguise: Markt und mehr
Teguise, die alte Hauptstadt von Lanzarote, hat sonntags seinen Markt, der ist einer der größten der Insel. Touristischer als Haría, das muss man ehrlich sagen. Aber unter all den Souvenirs gibt es auch echte Lebensmittelstände mit lokalem Käse, Mojo in Gläsern und kanarischem Wein. Wer das Drumherum aushält, findet dort durchaus was.
La Cantina, Teguise
Mitten in der Altstadt, gute Tapas, kanarische Weine, ein Innenhof, der zum Verweilen einlädt. Kein Schnellimbiss. Eher ein Ort, an dem man mit einem Glas Malvasía sitzt und kurz vergisst, dass das Schiff um 18 Uhr ablegt.
Was du nicht bestellen solltest (ehrlicher Tipp)
Überall auf der Insel wirst du "Kanarische Spezialitäten" auf Speisekarten sehen. Wenn die Karte auf Englisch, Deutsch und Russisch gleichzeitig auf dich einprasselt und ein Emoji-Herz neben dem Paella-Foto sitzt, geh weiter. Echte kanarische Küche braucht keine Übersetzung ins Marketingdeutsch.
Auch beliebt und oft enttäuschend: Restaurants direkt an den großen Touristenpromenaden in Puerto del Carmen. Nicht alle sind schlecht, aber der Anteil an mittelmäßigem Essen zu überhöhten Preisen ist dort besonders hoch.
Praktischer Zeitplan für einen Foodie-Landgang
Wenn du alles auf einen Tag packen willst, hier ein realistischer Ablauf:
- 9:00 Uhr Mietwagen am Hafen Arrecife abholen, kurzer Schwung zum Mercado Municipal
- 10:30 Uhr Fahrt nach Haría (ca. 35 Minuten), Markt und Frühstück oder kleiner Imbiss auf dem Platz
- 12:30 Uhr Mittagessen bei Casa Domingo oder in Teguise
- 14:30 Uhr Fahrt Richtung Süden, Stopp in einem der kleinen Fischerdörfer
- 16:00 Uhr Spätestens zurück Richtung Arrecife
- 17:00 Uhr Mietwagen abgeben, entspannt zurück ans Schiff
Puffer einplanen. Lanzarote hat zwar keine Staus wie Barcelona, aber die Straßen im Norden sind kurvig und die Tempolimits werden ernst genommen.
Was kostet ein gutes Essen auf Lanzarote?
Zum Orientieren: Ein Mittagsmenü (Menú del día, oft mit Vorspeise, Hauptgang und Getränk) kostet in lokalen Restaurants zwischen 10 und 15 Euro. Ein gegrillter Fisch à la carte liegt je nach Restaurant bei 15 bis 25 Euro. Kanarischer Wein im Restaurant, ein Glas, zwischen 3 und 6 Euro. Wer sich an touristischen Hotspots festsetzt, zahlt für dasselbe leicht das Doppelte.
Mit dem Mietwagen machst du deinen eigenen Plan
Busse verbinden die großen Orte, aber Haría am Samstagmorgen, ein Fischerdorf auf dem Rückweg und pünktlich zurück am Hafen, das schaffst du realistisch nur mit eigenem Fahrzeug. Mit einem Mietwagen von CruiseCars, direkt am Kreuzfahrthafen buchbar, bist du von Anfang an flexibel und weißt, dass du rechtzeitig zurück am Schiff bist. Kein Stress, kein Raten, ob der Bus noch fährt.

