CruiseCarsReisemagazin

Landgang in Le Havre: Mit dem Mietwagen die Normandie entdecken

Le Havre · 26.10.2026

Le Havre Landgang: Normandie mit dem Mietwagen

Landgang in Le Havre: Mit dem Mietwagen die Normandie entdecken

Le Havre hat keinen besonders guten Ruf als Reiseziel. Die Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in großen Teilen neu gebaut, das Stadtzentrum ist eher nüchtern, und die meisten Kreuzfahrer schauen kurz auf die UNESCO-zertifizierte Betonarchitektur von Auguste Perret und fragen sich dann: "War das schon alles?" Nein. War es nicht. Denn Le Havre ist eigentlich das beste, was dir passieren kann, wenn du die Normandie entdecken willst. Du liegst mitten drin, hast einen Hafen mit guter Mietwageninfrastruktur und eine der dichtesten Reisedestinationen Frankreichs direkt vor der Nase.

Die Frage ist nur: Wohin zuerst?

Was du realistisch schaffst

Hör auf Leute, die dir sagen, du könntest an einem Tag Étretat, alle D-Day-Strände, Honfleur, den Mont Saint-Michel und Rouen abhaken. Das ist Wunschdenken. Ein Landtag in Le Havre gibt dir realistisch 7 bis 9 Stunden außerhalb des Schiffes, wenn du früh loskommst und weißt, wann du zurück sein musst. Plane immer mindestens 45 Minuten Puffer zur Abfahrt ein. Schiffe warten nicht.

Drei Routen funktionieren richtig gut:

Kombinieren geht, aber dann nur je zwei Ziele wirklich tief, nicht fünf oberflächlich.

Route A: Étretat und die Alabasterküste

Étretat liegt von Le Havre aus knapp 30 Kilometer nördlich, du bist in gut 30 Minuten dort. Klingt nach nichts, ist aber genug Abstand, dass die Küste sich völlig anders anfühlt.

Die Kreidefelsen bei Étretat gehören zu den bekanntesten Naturkulissen Frankreichs, und ja, es gibt einen Grund dafür. Der berühmte Felsbogen "Porte d'Aval" mit dem spitzen Nadelturm dahinter sieht so aus, als hätte ein Bildhauer daran herumgearbeitet. Hat er nicht. Das ist einfach Erosion auf Französisch.

Parken: Direkt am Ort gibt es einen Parkplatz am Strand (Boulevard René Coty). Im Sommer kostet der ein paar Euro und ist früh voll. Besser: 10 Minuten zu Fuß außerhalb parken und den Ort vom Hügel aus erkundschaften. Der Aufstieg zur Falaise d'Aval dauert etwa 15 Minuten zu Fuß und lohnt sich hundertprozentig.

Zeitplanung: Wenn du um 8:00 Uhr am Mietwagen bist und um 8:30 Uhr losfährst, bist du gegen 9:00 Uhr in Étretat. Zwei Stunden Spaziergang an den Felsen reichen für einen guten Eindruck. Gegen 11:00 Uhr weiter nach Fécamp (15 Minuten nördlich), wo du das Palais Bénédictine besichtigen oder einfach im Hafen einen Kaffee trinken kannst. Zurück in Le Havre bist du dann gegen 13:00 Uhr, hast den Nachmittag frei für die Stadt oder entspannst auf dem Schiff.

Ehrlicher Hinweis: Étretat ist im Juli und August extrem voll. Das Dorf selbst ist nett, aber die Restaurants haben in der Saison deutlich höhere Preise als anderswo. Ein Baguette und etwas Käse vom Supermarkt vorher kaufen ist keine schlechte Idee.

Route B: D-Day-Strände und Bayeux

Das ist die anspruchsvollere, aber für viele die bedeutsamste Route. Von Le Havre bis Omaha Beach fährst du gut 70 bis 80 Kilometer westwärts, also ungefähr eine Stunde. Plant früh los.

Bayeux zuerst oder zuletzt? Bayeux liegt auf dem Weg zu den Stränden und ist ein guter Einstieg in die Geschichte. Der Bayeux-Teppich (ja, eigentlich ein Stickerei-Streifen, 70 Meter lang) zeigt die normannische Eroberung Englands von 1066. Das klingt trocken, ist aber erstaunlich fesselnd, weil die Darstellung so detailliert und lebendig ist. Eintrittspreis liegt bei etwa 13 bis 15 Euro pro Person, einplanen. Für den Besuch selbst rechne 60 bis 90 Minuten.

Die Strände: Omaha Beach ist der bekannteste D-Day-Strand und aus gutem Grund der emotionalste. Das amerikanische Militärfriedhof direkt über dem Strand, mit seinen rund 9.400 weißen Marmorkreuzen, ist einer jener Orte, an denen man unwillkürlich leise wird. Kein Kommentar, den man dazu braucht. Einfach hingehen.

Wenn du Zeit hast: Der Strand von Arromanches, wo noch Reste des künstlichen "Mulberry-Hafens" im Wasser liegen, zeigt auf sehr konkrete Weise, welche logistischen Meisterleistungen hinter der Invasion steckten. Das Rundpanorama-Kino dort ist touristisch, aber die 360-Grad-Aufnahmen mit Original-Filmaufnahmen von 1944 sind eindrücklich.

Zeitplanung Route B: Abfahrt 8:00 Uhr, Ankunft Bayeux ca. 9:15 Uhr, Teppich besichtigen bis ca. 10:45 Uhr. Weiter zu den Stränden: Omaha Beach und Friedhof bis ca. 13:00 Uhr, Mittagspause in Arromanches oder Port-en-Bessin (günstiger, echter, weniger Touristen). Arromanches mit Panorama bis 15:00 Uhr. Rückfahrt nach Le Havre: gut 75 bis 85 Minuten. Damit bist du gegen 16:30 Uhr zurück. Das geht auf, wenn das Schiff um 18:00 Uhr ablegt. Bei 20:00 Uhr Abfahrt hast du noch etwas Luft.

Route C: Honfleur und das Pays d'Auge

Honfleur liegt von Le Havre aus keine 20 Kilometer entfernt, über den Pont de Normandie (Mautbrücke, ca. 6 Euro). Du bist in 20 bis 25 Minuten da. Das fühlt sich fast zu einfach an.

Honfleur ist einer dieser Orte, die man auf Bildern kennt, bevor man dort war: der alte Hafen "Vieux Bassin" mit den hohen, schmalen Häuserfassaden, die sich im Wasser spiegeln. Es ist tatsächlich so schön, wie die Fotos versprechen. Dafür ist es auch entsprechend gut besucht.

Was du in Honfleur wirklich tun solltest: - Morgens früh ankommen (vor 9:30 Uhr), dann ist der Hafen noch ruhig - Die Église Sainte-Catherine besichtigen, eine der größten Holzkirchen Frankreichs, gebaut von Schiffsbauzimmerleuten nach dem Hundertjährigen Krieg - Calvados oder Cidre kaufen: Es gibt kleine Läden mit regionalen Produkten direkt in der Altstadt. Nicht im erstbesten Touristenladen, sondern etwas weiter in den Seitengassen

Pays d'Auge als Verlängerung: Wer nach Honfleur noch Zeit hat, fährt ins Hinterland Richtung Camembert oder Lisieux. Das Pays d'Auge ist das klassische Bild der Normandie: Apfelbäume, Fachwerkhöfe, Kühe. Wer echten Camembert kaufen will, fährt nach Camembert (der Ort existiert wirklich, etwa 50 Kilometer südlich von Honfleur) oder schaut auf Märkten in den kleinen Dörfern vorbei.

Zeitplanung Route C: Abfahrt 9:00 Uhr, in Honfleur bis ca. 12:00 Uhr. Mittagessen am Hafen oder Picknick. Nachmittag ins Pays d'Auge oder entspannt zurück nach Le Havre mit einem Zwischenstopp an der Küste.

Praktisches für den Tag

Mietwagen in Le Havre: Die großen Anbieter haben Stationen im Hafen oder in der unmittelbaren Nähe. Mit CruiseCars kannst du direkt am Hafen buchen, was dir das Taxi in die Stadt und das Suchen spart. Gerade wenn das Schiff früh anlegt, ist jede gesparte halbe Stunde Gold wert.

Benzin: In Frankreich tankt man günstiger an Supermarchés (Hypermarché wie Leclerc oder Carrefour) als an Autobahnraststätten. Wenn du weißt, dass du weit fährst, füll den Tank lieber einmal günstig nach.

Navigation: Google Maps funktioniert gut, aber die Straßen in der Normandie, besonders in den kleinen Dörfern, sind manchmal enger als gedacht. Ein Kombi oder Van ist für diese Region wirklich nicht nötig. Ein kleiner bis mittlerer PKW reicht vollkommen.

Essen: Mittagessen in Frankreich ist zwischen 12:00 und 14:00 Uhr. Wer danach kommt, wartet oder bekommt nichts mehr. Das ist keine Übertreibung.

Was Le Havre selbst zu bieten hat

Falls du doch in der Stadt bleibst oder noch etwas Zeit hast: Das MuMa (Musée d'Art Moderne André Malraux) direkt am Hafen hat eine der besten Impressionisten-Sammlungen Frankreichs außerhalb von Paris. Eugene Boudin, der Lehrer von Monet, kommt aus dieser Region. Der Eintritt ist moderat, und das Gebäude selbst ist ein Statement.

Zurück ans Schiff

Egal welche Route du nimmst: Plane den Weg zurück großzügig. Auf der Autobahn A13 oder A29 kann es zu Stoßzeiten Staus geben, besonders im Sommer. Wer pünktlich zurück will, startet lieber 30 Minuten früher als geplant.

Der Mietwagen gibt dir dabei genau die Freiheit, die du brauchst: kein Warten auf Busgruppen, kein festes Programm, kein Stress mit dem Rückweg. Mit einem Mietwagen über CruiseCars buchst du direkt am Hafen Le Havre, bist flexibel den ganzen Tag und weißt trotzdem, wann du wieder am Schiff bist.

Die Normandie hat mehr zu zeigen, als man an einem Tag schafft. Aber ein guter Tag reicht, um zu verstehen, warum Menschen immer wieder hierher kommen.

Mietwagen für Le Havre finden