Lissabon per Mietwagen: Belém, Sintra und Alfama an einem Landgang-Tag
Lissabon ist eine dieser Städte, bei der man nach zehn Minuten versteht, warum alle schwärmen. Die Hügel, die Kacheln, der Geruch nach frisch gebackenen Pastéis de Nata. Und dann steht man am Hafen, hat vielleicht sechs, sieben Stunden, und fragt sich: Wie soll das bitte gehen?
Mit Bus und Tram? Möglich. Aber du wirst auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit halb deine Zeit an Haltestellen stehen. Mit einem Mietwagen direkt am Kreuzfahrthafen hast du dagegen echte Freiheit. Und mit dem richtigen Plan passt tatsächlich eine ganze Menge rein.
Hier kommt der Plan.
Der Hafen: Wo legst du an?
Kreuzfahrtschiffe legen in Lissabon meist am Terminal de Cruzeiros de Lisboa an, im Stadtteil Alcântara. Das ist fantastisch günstig gelegen: Belém ist buchstäblich zehn Gehminuten entfernt. Du sparst dir also schon mal die erste Anreise.
Wichtig für die Zeitplanung: Kläre vorher, wann dein Schiff zurückerwartet. Die meisten Landgänge in Lissabon gehen von etwa 8:00 Uhr bis 18:00 oder 19:00 Uhr. Plane deinen Rückweg immer mit mindestens 30 bis 45 Minuten Puffer. Lissabon hat Staus. Wirklich.
Stopp 1: Belém, direkt am Hafen starten
Empfohlene Zeit vor Ort: 8:00 bis 10:30 Uhr
Belém liegt so nah am Kreuzfahrtterminal, dass es keinen Sinn ergibt, es nicht als erstes anzusteuern. Fahr kurz mit dem Auto rüber oder geh zu Fuß, je nach Lust und Gepäck.
Das Mosteiro dos Jerónimos ist ein echtes Highlight. Der manuelinische Stil ist so verspielt und detailreich, dass man minutenlang an einer einzigen Säule hängen bleibt. Eintritt kostet etwa 10 Euro pro Person, der Kreuzgang allein ist die Kohle wert. Tipp: Komm früh. Um 8:30 Uhr ist es noch ruhig. Gegen 10:30 Uhr wälzen sich die ersten Reisegruppen durch.
Gleich nebenan steht der Torre de Belém, das ikonische Türmchen direkt am Wasser. Von außen perfekt für Fotos. Innen? Enge Wendeltreppe, viel Gedränge, mäßige Aussicht. Ehrlich gesagt kannst du dir den Aufstieg schenken, wenn du wenig Zeit hast.
Und dann sind da noch die Pastéis de Belém in der gleichnamigen Bäckerei in der Rua de Belém 84. Die Schlange wirkt abschreckend, geht aber überraschend schnell. Ein Pastel kostet um die 1,50 Euro und ja, der Unterschied zum Durchschnitts-Nata ist real.
Parken in Belém: Direkt am Mosteiro gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz, der morgens meist noch Platz hat. Alternativ parke entlang der Avenida da Índia (parkgebührenfreie Zonen in Richtung Hafen, aber die Schilder genau lesen). Nicht auf dem roten Kopfsteinpflaster parken, das sind oft Halteverbotszonen.
Stopp 2: Sintra, der Ausreißer ins Märchenland
Empfohlene Zeit vor Ort: 11:00 bis 14:30 Uhr
Von Belém nach Sintra sind es etwa 35 bis 40 Minuten mit dem Auto, je nach Verkehr auf der A37/IC19. Sintra ist das, was passiert, wenn Könige zu viel Geld und zu viel Fantasie hatten. Buntes Schloss hier, romantische Ruine da, Palast über dem nächsten Palast.
Das Palácio Nacional da Pena ist der Star: leuchtendes Gelb und Rot auf einem Felsen über dem Waldnebel. Eintrittspreis liegt bei etwa 14 Euro für Park und Schloss. Der Fußweg vom Parkplatz zum Schloss dauert 20 bis 30 Minuten bergauf. Es gibt einen Shuttle-Bus für ein paar Euro extra, wenn die Beine schon müde sind.
Wenn du nur einen Palast besuchst, nimm den Pena. Punkt.
Die Quinta da Regaleira ist ebenfalls faszinierend, besonders der Initiationsschacht mit der spiralförmigen Wendeltreppe. Eintritt etwa 10 Euro. Wenn du beides willst, plane realistisch: Zusammen mit Wegen, Warteschlangen und einem kurzen Mittagshalt brauchst du für Sintra eher drei Stunden als zwei.
Parken in Sintra: Das ist das Thema schlechthin. Im Ortszentrum kannst du das fast vergessen, die Straßen sind eng und oft gesperrt. Nutz den großen Parkplatz beim Jardim da Pena (Sintra-Vila, beschildert, kostenpflichtig) oder noch besser den Parkplatz beim Centro Cultural Olga Cadaval in der Ortsmitte. Von dort läuft man zu den Shuttles. Komm vor 11 Uhr an, dann klappt es deutlich entspannter.
Mittagessen: In Sintra gibt es viele Touristenrestaurants, die sich das leisten können. Preislich angemessener und besser: die kleinen Cafés etwas abseits der Hauptgasse, Richtung Bahnhof. Eine Suppe und ein Sandwich für 8 bis 10 Euro ist realistisch.
Stopp 3: Alfama, das alte Herz der Stadt
Empfohlene Zeit vor Ort: 15:30 bis 17:30 Uhr
Von Sintra zurück nach Lissabon dauert es je nach Verkehr auf der A37 etwa 40 bis 50 Minuten. Alfama ist das älteste Viertel der Stadt, maurisch geprägt, voller Treppen und Fado-Klänge aus irgendwelchen Kellerfenstern.
Wichtiger Hinweis vorweg: Mit dem Auto durch Alfama selbst fahren ist keine gute Idee. Die Gassen sind manchmal breiter als ein Kleinwagen, manchmal nicht. Park das Auto lieber unten und geh zu Fuß.
Am besten parkst du am Miradouro de Santa Luzia (Largo das Portas do Sol), wo es einen kleinen Parkplatz gibt. Alternativ entlang der Rua do Terreiro do Trigo oder in einem der Parkhäuser an der Avenida Infante Dom Henrique direkt am Flussufer, das sind etwa 5 bis 10 Gehminuten hinauf ins Viertel.
Von oben hat man einen weiten Blick über die Ziegeldächer und den Tejo. Das kostet nichts und ist dem Miradouro da Graça oder dem Miradouro das Portas do Sol zu verdanken, die beide leicht zu Fuß erreichbar sind.
Das Castelo de São Jorge thront über allem. Eintritt kostet etwa 15 Euro, was für das, was man bekommt, schon an der oberen Grenze ist. Die Stadtmauern und der Blick sind schön, das Museum eher übersichtlich. Wenn die Zeit knapp ist, reicht ein Spaziergang durch die Gassen darunter völlig aus.
Fado hören: Live-Fado gibt es in vielen Restaurants in Alfama, aber das ist eher etwas für den Abend und nichts für einen Kurz-Landgang. Wer trotzdem kosten möchte: tagsüber spielen manchmal Straßenmusiker in der Nähe des Castelo, kein Programm, aber Atmosphäre pur.
Der Rückweg: Rechtzeitig am Schiff
Plant den letzten Stopp so, dass ihr spätestens um 17:30 Uhr wieder im Auto sitzt. Das Terminal de Cruzeiros ist von Alfama aus nur etwa 15 bis 20 Minuten entfernt, aber Lissabon im Berufsverkehr (ab 17:00 Uhr) ist ein anderes Tier als Lissabon am Morgen. Lieber 30 Minuten früher am Schiff als 5 Minuten zu spät.
Schnelle Übersicht: Der Tagesplan
- 8:00 bis 10:30 Uhr Belém: Kloster, Torre, Pastel
- 10:30 Uhr Abfahrt Richtung Sintra
- 11:00 bis 14:30 Uhr Sintra: Pena-Palast, optional Regaleira, Mittagessen
- 14:30 Uhr Rückfahrt nach Lissabon
- 15:30 bis 17:30 Uhr Alfama: Miradouros, Gassen, Burg
- Spätestens 17:30 Uhr Richtung Hafen
Was du noch wissen solltest
- Maut: Die IC19 zwischen Lissabon und Sintra ist gebührenfrei. Auf anderen Autobahnen rund um Lissabon kann Maut anfallen. Prüf beim Mietwagen, ob eine Via Verde-Box dabei ist.
- Tanken: Tankstellen gibt es reichlich auf dem Weg nach Sintra und zurück. Füll kurz vor Rückgabe auf, damit du keine Nachberechnung bekommst.
- Jahreszeitliches: Im Sommer sind Sintra und Alfama voll. Sehr voll. Früheres Losfahren hilft enorm. Im Herbst und Frühling ist Lissabon übrigens eine echte Offenbarung.
Mit einem Mietwagen von CruiseCars, den du direkt am Kreuzfahrthafen übernimmst, bist du von Minute eins flexibel und weißt, dass du pünktlich wieder an Bord bist. Kein Taxi-Stress, kein Warten auf den nächsten Bus. Einfach losfahren, ankommen, staunen.

