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Die schönsten Aussichtspunkte Madeiras: Miradouros per Mietwagen entdecken

29.06.2026

Madeira Aussichtspunkte: Miradouros per Mietwagen

Die schönsten Aussichtspunkte Madeiras: Miradouros per Mietwagen entdecken

Madeira ist nicht flach. Das weißt du spätestens, wenn dein Schiff in Funchal einläuft und du siehst, wie die Insel quasi senkrecht aus dem Atlantik wächst. Steile Berge, tiefe Schluchten, zerklüftete Küsten. Das bedeutet: Aussichten, die dir buchstäblich die Sprache verschlagen. Und es bedeutet, dass du mit dem Bus dorthin ungefähr eine Ewigkeit brauchst.

Mit einem Mietwagen hingegen? Andere Geschichte.

Hier zeige ich dir die Miradouros, die es wirklich wert sind, wie du sie clever miteinander kombinierst und worauf du unterwegs achten solltest.

Was du vorher wissen musst

Madeiras Straßen sind gewöhnungsbedürftig. Eng, kurvig, manchmal so steil, dass du denkst, dein Navigationssystem verarscht dich. Tatsächlich gibt es auf der Insel Straßen mit bis zu 45 Grad Steigung. Nimm dir das zu Herzen und plane keine Wundertour mit 200 Kilometern an einem Landgangs-Tag. Qualität vor Quantität.

Außerdem: Madeira liegt im Atlantik, nicht im Mittelmeer. Das Wetter kann innerhalb einer Stunde komplett umschlagen. Die Berge im Norden sind oft in Wolken gehüllt, während Funchal sonnig strahlt. Morgens ist die Chance auf freie Sicht grundsätzlich besser, also früh losfahren.

Parkplätze sind an den meisten bekannten Aussichtspunkten vorhanden, aber klein. An Wochenenden und zwischen 10 und 14 Uhr kann es eng werden.

Cabo Girão: Der höchste Glas-Skywalk Europas

Fahrtzeit ab Funchal: ca. 25 bis 30 Minuten westwärts über die VR1/ER229

Cabo Girão ist mit rund 580 Metern einer der höchsten Meereskliffs Europas. Und seit es dort einen Glasboden-Skywalk gibt, ist der Andrang entsprechend groß. Das Ding ist: Es lohnt sich trotzdem. Wenn du auf dem Glasplateau stehst und 580 Meter tief auf die Weinbergterrassen und das Meer schaust, ist das ein echtes Erlebnis.

Bester Zeitpunkt: Sei um 9:00 bis 9:30 Uhr dort. Eine Stunde später ist der Parkplatz rappelvoll. Der Eintritt für den Skywalk kostet ein paar Euro, die Aussicht drumherum ist kostenlos.

Tipp: Direkt nebenan gibt es eine kleine Bar mit Espresso und Pastel de Nata. Pflichtprogramm.

Eira do Serrado: Blick in den Kessel von Curral das Freiras

Fahrtzeit ab Funchal: ca. 30 bis 40 Minuten Richtung Inselinneres über die ER107

Curral das Freiras heißt übersetzt "Tal der Nonnen", weil sich die Nonnen des Klosters Santa Clara dort früher vor Piraten versteckt haben. Das Tal liegt in einem alten Vulkankrater und ist von fast senkrechten Felswänden umgeben. Der Aussichtspunkt Eira do Serrado auf etwa 1.095 Metern Höhe zeigt dir das ganze Panorama.

Die Straße dorthin ist kurvenreich, aber gut ausgebaut. Oben gibt es ein Hotel mit Café und einen kostenlosen Parkplatz. Das Dorf unten im Tal kannst du danach noch kurz anfahren, die Einwohner verkaufen Kastanienlikör und hausgemachte Marmeladen.

Bester Zeitpunkt: Morgens zwischen 9 und 11 Uhr, solange die Wolken noch nicht die Bergkuppen bedecken.

Pico do Arieiro: Fast 1.800 Meter über dem Meer

Fahrtzeit ab Funchal: ca. 45 bis 55 Minuten über die ER202

Mit 1.818 Metern ist der Pico do Arieiro der dritthöchste Berg Madeiras und der höchste, den du per Auto erreichen kannst. Die Straße führt direkt bis zum Gipfel, es gibt einen Parkplatz und ein kleines Café. Klingt einfach. Ist es auch, solange das Wetter mitspielt.

Und da liegt der Haken: Am Arieiro bist du oft über den Wolken. Das kann bedeuten, du stehst in einem weißen Nichts und siehst die Hand vor Augen nicht. Oder du schaust auf ein Wolkenmeer, über dem nur die Bergspitzen herausragen, und das ist dann eines dieser Bilder, die sich einbrennen.

Realistischer Tipp: Fahr morgens früh rauf, idealerweise zwischen 8:30 und 9:30 Uhr. Wenn es bewölkt ist, kannst du kurz warten, oft reißt es auf. Wenn nicht, weiterfahren.

Oben ist es auch im Sommer deutlich kühler als in Funchal, eine Jacke gehört ins Auto.

Miradouro do Paredão und Balcões: Die ruhigeren Alternativen

Wer nicht in die Reisebuschlange am Arieiro stehen will, findet im Norden der Insel zwei Geheimtipps.

Balcões (Levada-Aussicht)

Fahrtzeit ab Funchal: ca. 50 Minuten über die VR1 und ER103 nach Ribeiro Frio

Vom Parkplatz in Ribeiro Frio sind es rund 20 Minuten gemütlicher Spaziergang entlang einer Levada bis zum Miradouro Balcões. Dort schaust du auf eine Bergkulisse, die sich gewaschen hat. Das Gebirge des Zentralmassivs, tiefe grüne Täler, Adler kreisen manchmal über dir. Die Anlaufmasse ist hier deutlich überschaubarer als am Arieiro, weil man halt ein bisschen laufen muss.

Miradouro dos Ingleses

Unweit von Ribeiro Frio liegt dieser Aussichtspunkt mit Blick auf das Zentralgebirge. Kaum Touristen, kein Souvenirstand, nur du, der Wind und die Aussicht. Genau das Richtige, wenn die bekannten Spots zu voll sind.

Ponta de São Lourenço: Das Ende der Insel

Fahrtzeit ab Funchal: ca. 45 bis 55 Minuten ostwärts über die VR1 bis Porto da Cruz, dann weiter auf die ER101

Die Halbinsel im äußersten Osten Madeiras ist landschaftlich komplett anders als der Rest der Insel. Karg, felsig, fast mondähnlich, mit türkisfarbenem Wasser auf beiden Seiten. Der Parkplatz am Ende der Straße ist der Ausgangspunkt für einen Wanderweg (ca. 4 km Hin- und Rückweg), aber selbst vom Parkplatz aus ist die Aussicht schon stark.

Bester Zeitpunkt: Nachmittags, wenn die Sonne von Westen kommt und das rote Gestein leuchtet. Ein guter Abschluss für eine Ostrunde.

Ein möglicher Tagesplan ab Funchal

Falls du einen Landgang hast und das Maximum herausholen willst, hier eine realistische Kombination ohne Hetze:

Das ist machbar, aber kein Erholungsurlaub. Wenn du es ruhiger magst, nimm zwei der Spots raus und gönn dir in Curral das Freiras ein Mittagessen im Dorf unten im Tal.

Noch ein paar ehrliche Hinweise

Die Straßen auf Madeira sind kein Scherz. Wer im Stadtverkehr schon zittert, sollte zumindest den Norden der Insel lieber meiden und sich auf die gut ausgebauten Autovias und Südrouten konzentrieren. Für Cabo Girão und Eira do Serrado brauchst du aber kein Spezialtraining.

Tanken ist günstig auf Madeira, Benzin und Diesel deutlich billiger als auf dem deutschen Festland. Trotzdem: Voller Tank bei der Abholung ist Pflicht, damit du nicht auf einer Bergstraße mit leerem Tank dastehst, denn Tankstellen im Inselinneren sind rar.

Und noch was: Die Miradouros, die in jedem Reiseführer stehen, sind oft überlaufen. Das heißt nicht, dass sie schlecht sind, aber plane drum herum. Früh los, beliebte Spots zuerst, dann das Feld lichtet sich.

Mit einem Mietwagen von CruiseCars direkt am Hafen in Funchal bist du von Minute eins flexibel, sparst dir die Warterei auf Ausflugbusse und kommst garantiert pünktlich zurück ans Schiff. Madeira belohnt jeden, der selbst fährt.

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