Olbia als Landgang-Hafen: Was dich erwartet
Olbia selbst ist eine Durchgangsstadt. Das sagen nicht nur wir, das sagen auch die Sarden selbst, meistens mit einem Schulterzucken. Die Stadt hat ihren Charme, aber wenn dein Schiff hier anlegt, zieht es dich eigentlich nach draußen. Denn rund um Olbia wartet Nordsardinien mit dem, wofür die Insel berühmt ist: türkisfarbenes Wasser, weißer Granitstaub-Sand und Buchten, bei denen man kurz vergisst, dass man eigentlich auf einer Kreuzfahrt ist.
Das Gute: Der Hafen liegt günstig. Du bist schnell auf der Straße, und die schönsten Strände der Region sind in 20 bis 45 Minuten erreichbar. Kein langer Transferstress, kein Warten auf den nächsten Bus. Mit einem Mietwagen vom Hafen aus kannst du dir deinen Tag selbst einteilen, und bist pünktlich zurück, wenn die Gangway eingeholt wird.
Die Route: Drei Strände, ein perfekter Tag
Hier ist ein realistischer Tagesplan für etwa 7 bis 8 Stunden Landgang. Du musst nicht alle Strände abklappern. Aber die Kombination funktioniert gut und gibt dir sowohl das Glamour-Erlebnis der Costa Smeralda als auch etwas ruhigere Ecken.
09:00 Uhr: Start am Hafen
Mietwagen übernehmen, kurz Navi einstellen, los. Olbia hat kein großes Stau-Problem, außer im Hochsommer an den üblichen Ausfahrtszeiten. Im Juli und August gilt: Je früher, desto besser.
09:30 Uhr: Spiaggia del Pevero
Erste Station ist der Pevero, einer der bekanntesten Strände der Costa Smeralda. Die Fahrt dauert von Olbia rund 30 Minuten über die SS125 Richtung Porto Cervo. Der Strand liegt in einer geschützten Bucht, das Wasser ist klar bis auf den Grund, und ja, die Umgebung wirkt ein bisschen wie ein Katalogfoto. Das ist sie auch, denn die Costa Smeralda wurde in den 1960ern vom Aga Khan als Luxusresort-Destination entwickelt. Der Strand selbst ist öffentlich zugänglich, aber die Parkplätze drumherum sind im Sommer kostenpflichtig und schnell voll. Rechne mit 3 bis 6 Euro Parkgebühr, geh früh hin, und gut.
Tipp: Komm vor 10:30 Uhr an, dann hast du noch Platz zum Hinlegen.
11:30 Uhr: Kurzer Abstecher nach Porto Cervo
Wenn du dabei sein willst, wie die andere Hälfte lebt, fahr kurz in den Ortskern von Porto Cervo. Zehn Minuten vom Pevero entfernt. Die Jachten im Hafen sind größer als manche Apartmentblocks. Ein Cappuccino kostet hier gerne mal das Doppelte des sardinischen Durchschnitts. Schau kurz, mach ein Foto, fahr wieder. Das reicht.
13:00 Uhr: Spiaggia di Capriccioli
Capriccioli ist für viele der schönste Strand der ganzen Costa Smeralda, und das aus gutem Grund. Kleiner als der Pevero, felsiger eingefasst, das Wasser in einem Türkis, das man eigentlich nicht glaubt, bis man selbst drinsteht. Der Parkplatz ist begrenzt, Anfahrt über eine kurze Schotterstraße. Im Hochsommer kann es eng werden, aber der Strand selbst ist lang genug, um noch eine ruhige Ecke zu finden. Hier lohnt sich die Badepause. Plane mindestens 90 Minuten ein.
Eine kleine Bar verkauft Snacks, Panini und kalte Getränke direkt am Strand. Kein Michelin-Stern, aber für einen hungrigen Kreuzfahrer nach dem Schwimmen genau richtig.
15:00 Uhr: Spiaggia di Bados oder Capo Ceraso (optional)
Wer noch Zeit hat und lieber was Ruhigeres mag, fährt auf dem Rückweg Richtung Olbia an der Bucht von Bados oder dem Capo Ceraso vorbei. Beide liegen auf halbem Weg zurück in die Stadt, beide sind deutlich weniger touristisch als die Costa Smeralda und trotzdem wirklich schön. Ideal für einen letzten kurzen Stopp, einen Espresso im kleinen Restaurant direkt am Wasser oder einfach noch zehn Minuten die Füße im Sand.
16:30 Uhr: Rückgabe und Rückkehr zum Schiff
Plant die Mietwagen-Rückgabe mindestens 60 bis 90 Minuten vor Abfahrt des Schiffes ein. Die Rückgabe am Hafen von Olbia geht in der Regel schnell, aber im Sommer kann Verkehr auf der Rückfahrt Zeit kosten. Lieber entspannt zurück als mit Herzrasen die Gangway hochrennen.
Praktische Infos auf einen Blick
- Distanz Hafen Olbia zu Spiaggia del Pevero: ca. 28 km, 30 bis 35 Minuten
- Distanz Pevero zu Capriccioli: ca. 8 km, 15 Minuten
- Distanz Capriccioli zurück nach Olbia: ca. 30 km, 35 bis 40 Minuten
- Parken an den Stränden: 0 bis 6 Euro je nach Saison und Strand
- Straße: Die SS125 ist gut ausgebaut, kurvige Abschnitte zur Küste hin, nichts Wildes, aber überhol keine Motorräder blind
- Hochsaison (Juli/August): Strände und Parkplätze früh morgens anfahren, Capriccioli nachmittags überfüllt
- Tanken: Am besten vor der Rückgabe an einer der Stationen auf der SS125
Was die Costa Smeralda wirklich ist und was nicht
Kurz gesagt: Die Costa Smeralda ist teuer, touristisch und trotzdem irgendwie beeindruckend. Das Wasser ist echt. Die Preise auch. Ein Strandliegen-Set (zwei Liegen plus Sonnenschirm) kostet im Hochsommer 25 bis 40 Euro am Tag. Wer seinen eigenen Strandkorb-Rucksack mitbringt, zahlt nichts und hat trotzdem denselben Meerblick.
Die Strände hier sind nicht geheimnisvoll oder unentdeckt. Sie stehen in jedem Reiseführer. Aber sie sind aus gutem Grund berühmt: Das Wasser ist tatsächlich so klar, wie es auf den Fotos aussieht. Das kommt nicht vom Filter.
Häufige Fehler beim Landgang in Olbia
- Zu lange in der Stadt bleiben: Olbia hat einen netten Altstadtkern, aber die Zeit läuft. Wer auf Strände aus ist, sollte direkt losfahren.
- Parkplatz-Chaos unterschätzen: Im Sommer parken viele Leute einfach irgendwo am Straßenrand. Mach das lieber nicht, Abschleppen ist teuer und ein geblocktes Auto macht deinen Zeitplan kaputt.
- Zu viele Strände einplanen: Vier oder fünf Strände an einem Tag klingen toll und fühlen sich wie Hetze an. Zwei bis drei reichen vollkommen.
- Rückgabe vergessen: Das Schiff wartet nicht. Wirklich nicht.
So läuft die Mietwagen-Rückgabe in Olbia
Die Mietwagen-Stationen in Olbia liegen teils am Flughafen, teils direkt am Hafen oder in der Nähe davon. Wenn du über CruiseCars buchst, bekommst du einen Mietwagen direkt am Kreuzfahrthafen, kein Transfer zum Flughafen, kein Taxikosten obendrauf. Du gibst das Auto ab und läufst entspannt zur Gangway. Das ist beim Landgang ein echter Unterschied, besonders wenn die Zeit knapp wird.
Falls du noch andere Häfen auf deiner Route hast und gerade schaust, was alles möglich ist: Im CruiseCars Reisemagazin findest du weitere Routen und Tipps für Landgänge rund ums Mittelmeer.
Nordsardinien ist eines der wenigen Ziele, bei denen der Hype tatsächlich stimmt. Weißer Sand, klares Wasser, Straßen, die Spaß machen. Gönn dir den Tag.

