Palma de Mallorca auf eigene Faust: Die besten Ausflugsziele mit dem Mietwagen
Ein Tag auf Mallorca. Das klingt erstmal nach wenig, und wenn du dich im Kreuzfahrthafen von Palma von der Masse mitspülen lässt, dann ist es das auch. Bustouren zum Markt, Selfie vor der Kathedrale, Eis essen, zurück ans Schiff. Nichts dagegen zu sagen, aber Mallorca hat mehr zu bieten. Viel mehr. Und du kommst da ran, wenn du dir am Hafenpier einfach einen Schlüssel in die Hand drückst und losfährst.
Hier kommt dein Plan für einen Landgangstag, der sich wirklich lohnt.
Erst mal: Was ist realistisch an einem Tag?
Palma liegt zentral auf der Insel, das ist dein Vorteil. Die Tramuntana im Nordwesten, die Calas im Südosten, das Binnenland mit seinen Mandelfeldern und alten Landgütern. Du kannst das nicht alles auf einmal abhaken, und das solltest du auch gar nicht versuchen. Wähle eine Richtung. Zwei, wenn die Wege sich ergänzen.
Grundregel: Plane deine Rückkehr ans Schiff mindestens 45 Minuten vor Abfahrt ein, und addiere 20 Minuten Puffer für Palma-Stadtverkehr. Wer um 18:00 Uhr ablegt, sollte um 16:45 Uhr am Hafen sein.
Route 1: Die Tramuntana, Valldemossa und Sóller
Das ist die klassische Nordwestroute, und sie ist klassisch aus gutem Grund. Das Tramuntana-Gebirge ist UNESCO-Welterbe, die Küstenstraßen sind teils schwindelerregend schön, und Valldemossa ist eines dieser Dörfer, in denen man vergisst, dass draußen Tourismus stattfindet.
Zeitplan für diese Route:
- 9:00 Uhr Abholung Mietwagen am Hafen, direkt losfahren, bevor Palma erwacht
- 9:45 Uhr Ankunft Valldemossa. Die Klosteranlage (Reial Cartoixa) ist einen Besuch wert, Eintritt kostet ein paar Euro. Frederic Chopin hat dort überwintert, falls du gesprächigen Mitreisenden etwas erzählen willst. Rund 60 bis 90 Minuten einplanen.
- 11:15 Uhr Weiterfahrt Richtung Sóller auf der Ma-10. Diese Strecke ist der eigentliche Star. Kurven, Bergdorf-Panoramen, Olivenhaine. Nicht rasen.
- 12:00 Uhr Sóller. Mittagessen auf dem Plaça de la Constitució, Orangensaft trinken (die Region ist bekannt für ihre Orangen), durch die Gassen laufen. Wer will, nimmt die alte Straßenbahn runter zum Port de Sóller und wieder zurück, das dauert aber eine Stunde extra.
- 13:30 Uhr Rückfahrt nach Palma über den Sóller-Tunnel (Mautpflichtig, ca. 6 bis 8 Euro, spart gegenüber dem Bergpass gut 30 Minuten)
- 14:30 Uhr Zurück in Palma, kurzer Spaziergang an der Kathedrale vorbei, dann ans Schiff
Parktipp Valldemossa: Folge den Schildern zu den Parkplätzen außerhalb des Ortskerns. Kostet ein bisschen, ist aber entspannter als die engen Gassen im Dorf.
Parktipp Sóller: Am Bahnhof gibt es Parkmöglichkeiten, die fußläufig zur Altstadt liegen.
Route 2: Cala Pi und die Südküste
Wer einen ruhigen Badetag mit Mietwagenfreiheit verbinden will, ist im Südosten besser aufgehoben. Weniger Kurven, weniger Drama, dafür türkisfarbenes Wasser und deutlich weniger Reisebusse als im Norden.
Cala Pi ist ein kleiner Fingerfjord, Kiefernwald bis direkt ans Wasser, Sandstrand unten, der Weg runter ist steil und lang (Treppen, keine Rollkoffertauglichkeit). Von Palma ca. 35 bis 40 Minuten auf der Autobahn. Empfehlung: kurz vor 10 Uhr ankommen, dann sind die Parkplätze oben noch frei. Am Nachmittag wird das Parken zur Lotterie.
Wer noch eine zweite Cala sehen will: Die Cala Llombards liegt 15 Minuten entfernt und ist ähnlich schön, aber etwas zugänglicher.
Zeitplan Südroute:
- 9:15 Uhr Abfahrt vom Hafen Richtung Autobahn Ma-19
- 10:00 Uhr Cala Pi, Parkplatz sichern, runterlaufen, schwimmen, entspannen. Bring Wasser und Snacks mit, die kleinen Bars oben sind teuer und nicht immer geöffnet.
- 12:30 Uhr Weiterfahrt Cala Llombards oder direkt ins nahe Santanyí. Der Wochenmarkt dort (Mittwoch und Samstag) ist weniger touristisch als der in Alcúdia und tatsächlich schön zum Bummeln.
- 14:00 Uhr Rückfahrt nach Palma (ca. 45 bis 55 Minuten je nach Verkehr)
- 15:00 Uhr am Hafen
Route 3: Alcúdia und Cap de Formentor
Ehrlichkeit zuerst: Der Cap de Formentor ist seit einigen Jahren nur noch mit Shuttle-Bus oder vor 9:00 Uhr morgens mit dem eigenen Auto erreichbar (Zufahrtsbeschränkungen in der Hochsaison, in der Regel Mai bis Oktober). Wenn du früh dran bist und die Schranken noch offen sind, tu es. Wenn nicht, ist die Fahrt bis zum Aussichtspunkt Mirador des Colomer trotzdem möglich und der Blick auf die Halbinsel von dort oben ist eine der besten Aussichten der ganzen Insel.
Alcúdia selbst, das mittelalterliche Städtchen mit der alten Stadtmauer, ist eine gute Ergänzung zu Formentor. Von Palma sind es ca. 55 bis 65 Minuten. Diese Route ist eher für Landgänge ab frühem Morgen, wenn das Schiff früh anlegt.
Was sich in Palma selbst lohnt (und was nicht)
Falls du die ersten ein bis zwei Stunden noch in der Stadt verbringen willst:
- Kathedrale La Seu: Außen kostenlos bewundernswert, innen teurer Eintritt (ca. 9 Euro). Nur rein, wenn du Kirchenarchitektur wirklich liebst, Gaudí hat am Innenraum mitgewirkt.
- Plaça de la Reina und Paseo Born: Schöner Spaziergang, gute Cafés. Morgens angenehm, mittags sehr voll.
- Mercado de Santa Catalina: Lebhafter als der überlaufene Mercat de l'Olivar, guter Stopp für Frühstück oder Tapas. Liegt westlich der Altstadt, zu Fuß vom Hafen erreichbar.
Die Einkaufsmeile zwischen Plaça Major und Borne kannst du dir getrost schenken, wenn du Zeitdruck hast. Die sieht aus wie jede andere europäische Innenstadt.
Kleine Fußangeln, die man kennen sollte
Tanken vor Rückgabe nicht vergessen. Die Tankstellen direkt am Hafen sind selten, fahr lieber auf dem Weg zurück in die Stadt an einer Repsol oder BP rein. Navi-App mit Offline-Karten (maps.me oder Google Maps vorher herunterladen) ist auf dem Tramuntana-Bergpass mehr wert als jedes Mobilfunknetz.
Außerdem: In Valldemossa, Deià und anderen Tramuntana-Dörfern ist Parken in den engen Ortskernen schlicht nicht möglich. Wer das ignoriert und trotzdem reinfährt, bezahlt das mit Stress oder Kratzer. Schilder beachten und auf ausgewiesene Parkplätze fahren.
Dein Mietwagen direkt am Kreuzfahrthafen
Du musst mit dem Mietwagen nicht erst in die Stadt fahren, parken, warten. Mit CruiseCars holst du dir das Auto direkt am Pier ab, fährst los, wann du willst, und gibst es pünktlich vor Abfahrt wieder ab. Kein Stress, kein Taxifahren zur Mietstation. So bleibt mehr Zeit für die Dinge, für die du überhaupt hergekommen bist.

