Porto abseits der Touristenpfade: Geheimtipps für den Landgang mit dem Mietwagen
Porto ist eine der beliebtesten Kreuzfahrtstopps an der portugiesischen Atlantikküste. Und genau das ist das Problem. Die Altstadt rund um die Ribeira ist schön, keine Frage, aber an einem normalen Anlegetag drängeln sich dort so viele Reisegruppen, dass du kaum vorwärtskommst. Der Franziskaner-Buchhandlung Livraria Lello steht eine Schlange vor, für die du Eintritt bezahlen darfst, bevor du überhaupt reinschaust.
Die gute Nachricht: Porto hat mindestens genauso viele tolle Ecken, die 95 % der Kreuzfahrer komplett ignorieren. Du musst sie nur ansteuern wollen. Und dafür brauchst du keinen Reiseleiter mit Schirm, sondern ein Auto.
Wichtig zuerst: Der Hafen und deine Zeit
Kreuzfahrtschiffe legen in Porto am Terminal de Cruzeiros de Leixões an, in Matosinhos. Das liegt nördlich der Stadtgrenze, etwa 12 bis 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Mit dem Bus oder einer organisierten Tour verlierst du dort schon Zeit. Mit dem Mietwagen bist du in 20 bis 25 Minuten mittendrin, und noch wichtiger: Du kommst pünktlich zurück, egal was passiert.
Plant euer Schiff eine Abfahrt um 18:00 Uhr, solltest du spätestens um 17:15 Uhr wieder am Terminal sein. Halte das im Kopf, wenn du den Tag strukturierst.
Der Plan für den Tag: Wie du Porto wirklich siehst
Hier ein realistischer Ablauf für einen vollen Landgang-Tag, der nicht mit einer Gruppe endet, die dich durch die gleichen drei Sehenswürdigkeiten schiebt.
9:00 Uhr: Frühstück in Bonfim statt im Touristencafé
Bonfim ist Portos aufstrebendes Viertel östlich des Zentrums. Noch vor ein paar Jahren kannte das kaum jemand außer den Einheimischen. Inzwischen kommen die ersten Hipster, aber von Massentourismus ist es noch weit entfernt. Schau dich in der Rua de Serpa Pinto oder den Seitengassen nach einem kleinen Café um. Ein Galão (das portugiesische Milchkaffee-Pendant) und eine Tosta mista kosten dich zusammen kaum drei Euro. Das ist das echte Porto.
Parken in Bonfim ist tagsüber mit etwas Geduld an der Straße möglich, alternativ gibt es Parkhäuser nahe dem Jardim de São Lázaro.
10:30 Uhr: Miragaia, das Viertel das die meisten durchfahren
Zwischen Ribeira und dem Stadion da Bessa liegt Miragaia, ein altes Fischerviertel mit engen Gassen, bunten Azulejo-Fassaden und dem Gefühl, die Zeit sei hier irgendwann in den Siebzigern stehen geblieben. Kein schlechtes Gefühl. Stell das Auto am Rand ab (die Gassen sind tatsächlich zu eng für normale Autos) und geh zu Fuß rein.
Der Jardim do Infante Dom Henrique ist ein kleiner Park direkt am Douro mit einer Aussicht, für die man anderswo Eintritt zahlen würde. Hier setzt du dich auf eine Bank und schaust aufs Wasser. Kostenlos. Kein Gedränge.
12:00 Uhr: Aussichtspunkt Jardim do Passeio Alegre
Die meisten Aussichtspunkte in Porto kennt jeder. Miradouro da Vitória? Alle da. Serra do Pilar auf der Vila-Nova-de-Gaia-Seite? Busladungen. Der Jardim do Passeio Alegre in Foz do Douro, wo der Fluss auf den Atlantik trifft, ist ein anderes Kaliber. Du stehst am Zusammenfluss von Douro und Meer, der Wind kommt vom Ozean, und um dich herum sitzen vor allem Locals mit ihren Hunden.
Foz do Douro erreichst du vom Zentrum in rund 15 bis 20 Minuten mit dem Auto. Direkt daneben liegt die Strandpromenade von Matosinhos, was uns zum nächsten Punkt bringt.
13:00 Uhr: Mittagessen in Matosinhos. Wirklich.
Matosinhos ist Portos Fischerviertel direkt am Meer, und es ist einer der besten Orte in ganz Portugal, um frischen Fisch zu essen. Das ist keine Übertreibung. Die Restaurants entlang der Rua Heróis de França grillen Fisch direkt auf Holzkohlegrillen vor der Tür. Du siehst, was du bekommst, du riechst es, du bestellst es.
Ein gegrillter Choco (Tintenfisch) oder eine Dourada (Dorade) kostet je nach Restaurant 12 bis 20 Euro. Dazu eine Portion Brot und Butter, ein Glas Vinho Verde, und du hast das beste Mittagessen deines Urlaubs. Bonuspunkt: Matosinhos liegt fast auf dem Weg zurück zum Terminal in Leixões. Effizient und lecker.
15:00 Uhr: Rua de Miguel Bombarda, Portos Galerienviertel
Wenn du noch Energie und Zeit hast, fahr rüber in die Rua de Miguel Bombarda im Stadtteil Cedofeita. Hier reihen sich Galerien, Vintage-Shops und kleine Bars aneinander. Es ist das kreative Porto, jung, etwas schrullig, definitiv kein Reiseführer-Standard. Die meisten Läden öffnen gegen 14:00 Uhr.
Kauf nichts, was du nicht tragen kannst, das Schiff wartet nicht auf übergroße Kunstdrucke. Aber schauen kostet nichts.
16:30 Uhr: Rückfahrt zum Terminal
Von Cedofeita zum Terminal Leixões brauchst du etwa 20 bis 30 Minuten, je nach Verkehr. Fahr nicht auf den letzten Drücker. Kalkuliere lieber mit 45 Minuten Puffer. Du kennst die portugiesische Rush-hour nicht, und das willst du auch nicht kennenlernen, wenn dein Schiff in einer Stunde ablegt.
Was du weglassen kannst (ehrlich gesagt)
Die Livraria Lello ist ein wirklich schöner Laden, aber der Eintrittspreis (der sich mit einem Buchkauf verrechnet) und die Schlange davor machen es für einen kurzen Landgang ineffizient. Die Kathedrale Sé ist beeindruckend von außen, kostet von innen Eintritt und sieht von der Terrasse des Bonfim-Viertels fast genauso gut aus. Und die Portwein-Touren in Vila Nova de Gaia? Die gibt es an jedem Kreuzfahrtanleger auf der Welt in irgendeiner Variante. Porto hat mehr zu bieten.
Praktische Infos auf einen Blick
- Hafen: Terminal de Cruzeiros de Leixões, Matosinhos
- Fahrzeit ins Zentrum: 20 bis 25 Minuten
- Parken: Parkhäuser im Zentrum kosten etwa 1,50 bis 2,50 Euro pro Stunde. Straßenparkplätze in Randvierteln oft günstiger oder gratis
- Sprache: Portugiesisch, aber Englisch funktioniert in der Stadt gut
- Zahlung: Kartenzahlung in Restaurants weit verbreitet, aber etwas Bargeld für kleine Cafés ist sinnvoll
- Empfohlener Rückgabepuffer: mindestens 1 Stunde vor Abfahrt am Terminal sein
Mit dem Mietwagen einfach flexibler
All diese Ecken liegen nicht auf einer Linie, die ein Bus sinnvoll abfahren würde. Bonfim, Miragaia, Foz do Douro, Matosinhos, Cedofeita, das klingt wie eine Schnitzeljagd quer durch Porto, und genau das ist es. Mit dem Mietwagen entscheidest du spontan, bleibst länger, wo es dir gefällt, und bist immer Herr über deine Abfahrtszeit.
Über CruiseCars buchst du den Wagen direkt am Kreuzfahrtterminal, ohne Transferstress und ohne Sorge, ob du pünktlich zurückkommst. Porto wartet. Und diesmal auf der richtigen Seite der Touristenschlange.
Mehr Ideen für deine Landgänge findest du in unserem Reisemagazin.

