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Antike Schätze per Mietwagen: Tarragona und seine römischen Highlights beim Kreuzfahrt-Landgang

Tarragona · 21.10.2026

Tarragona Landgang: Römer & Weinregion per Mietwagen

Antike Schätze per Mietwagen: Tarragona und seine römischen Highlights beim Kreuzfahrt-Landgang

Tarragona klingt erstmal nicht nach großem Urlaubsdrama. Kein Teide, keine Fjorde, kein Riesenrad. Und genau das ist der Trick. Wer hier einfach so vom Schiff trottet, denkt vielleicht: nette Küstenstadt, ein paar alte Steine, Eis essen, zurück. Wer weiß, was er tut, erlebt an diesem einen Tag mehr Geschichte als in manchen Museen nach einem halben Nachmittag.

Tarragona war mal eine der wichtigsten Städte des römischen Reichs. Tarraco, so hieß sie damals, war Hauptstadt der Provinz Hispania Citerior. Hier haben Kaiser residiert, Gladiatoren gekämpft und Wagenlenker das Publikum verrückt gemacht. Das meiste davon steht noch. Wirklich. Und mit einem Mietwagen schaffst du nicht nur die Stadt, sondern auch noch einen Abstecher ins Weinland.

Das solltest du vor dem Landgang wissen

Tarragona liegt direkt an der Costa Daurada, knapp eine Stunde südlich von Barcelona. Das Schiff legt am Port de Tarragona an, der Hafen liegt unmittelbar an der Stadt. Gut.

Was du einplanen musst: Das historische Zentrum ist kompakt, aber die Parkplatzsituation in der Altstadt ist typisch spanisch, also sagen wir mal: lebhaft. Am besten fährst du Richtung Parkhaus Jaume I (Carrer de Jaume I) oder nutzt die Tiefgarage am Passeig de les Palmeres direkt an der Rambla Nova. Die kosten so 2 bis 3 Euro pro Stunde, sind aber gut ausgeschildert und du sparst dir den Parkplatz-Stress.

Für den Eintritt zu den wichtigsten Stätten gibt es das Tarragona Card Ticket, das mehrere archäologische Sehenswürdigkeiten zusammenfasst. Einzeltickets kosten je nach Stätte zwischen 3,50 und 5 Euro, das Kombiticket liegt bei rund 12 Euro pro Person. Lohnt sich, wenn du mehr als zwei Orte besuchst.

Eines noch vorweg: Viele Sehenswürdigkeiten öffnen erst um 9:30 oder 10:00 Uhr. Frühes Losgehen macht also keinen Riesensinn, außer du willst erst in Ruhe Kaffee trinken, was absolut vernünftig ist.

Der Zeitplan für deinen Tag

Hier ist ein realistischer Ablauf für etwa 7 bis 8 Stunden Landgang:

9:00 Uhr: Abholung am Hafen und erster Kaffee

Mietwagen direkt am Kreuzfahrthafen abholen, kurze Fahrt in die Innenstadt, Parkhaus ansteuern. Die Altstadt liegt wirklich nur Minuten entfernt. Bevor du losläufst: Kaffee und ein pa amb tomàquet (Brot mit Tomate, das lokale Frühstück schlechthin) in einer der Bars an der Rambla Nova. Kostet ein paar Euro und ist um Längen besser als alles, was du an Bord hattest.

10:00 bis 11:30 Uhr: Amphitheater und der Blick aufs Meer

Das Amphitheater von Tarragona ist eines der eindrucksvollsten seiner Art auf der iberischen Halbinsel. Es liegt direkt am Meer, was ihm etwas unglaublich Dramatisches gibt. Du stehst auf dem Boden der Arena und schaust aufs Mittelmeer. Die Akustik ist noch heute beeindruckend. Der Gedanke, dass hier vor knapp 2000 Jahren echter Betrieb war, mit Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen vor Tausenden von Zuschauern, ist ein bisschen schwindelerregend.

Einplanen: rund 1 bis 1,5 Stunden, inklusive Herumschlendern auf den Rängen.

11:30 bis 12:30 Uhr: Stadtmauer und Pretori Romà

Die römische Stadtmauer von Tarragona ist UNESCO-Weltkulturerbe. Kein Witz. Ein Teil davon ist noch aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, also älter als die Colosseum in Rom. Der Praetorium-Turm (Pretori Romà) thront über dem alten Circus und bietet einen der besten Ausblicke über die Stadt. Oben stehen, Panorama genießen, innerlich kurz staunen, dass das alles echt ist.

Der Eingang zum Turm liegt am Plaça del Rei. Von dort siehst du auch die Überreste des Circus Maximus, der sich einst unter dem heutigen Stadtviertel erstreckte. Über 300 Meter lang war die Rennbahn. Heute verläuft eine normale Stadtstraße darüber.

12:30 bis 13:30 Uhr: Mittagessen in der Altstadt

Die Carrer Major und die Gassen rund um die Kathedrale (die übrigens auf dem Gelände eines römischen Tempels steht, natürlich) sind voll mit Restaurants. Mittagessenzeit in Spanien ist zwischen 13 und 15 Uhr, da bekommst du frische Menüs für 10 bis 14 Euro mit Vorspeise, Hauptgang und Wein. Ja, Wein zum Mittagessen. Du bist in Katalonien.

14:00 bis 15:00 Uhr: Kathedrale und archäologisches Museum (optional)

Die Kathedrale von Tarragona ist ein Hybrid aus romanisch und gotisch, gigantisch und vergleichsweise ruhig. Wer genug von Steinen hat, überspringt sie. Wer noch Puffer im Akku hat: Der Kreuzgang ist besonders schön, mit Säulenkapitellen, die man sich ewig anschauen könnte.

Das MNAT (Museu Nacional Arqueològic de Tarragona) ist für alle, die wirklich in die Tiefe gehen wollen. Mosaike, Skulpturen, Alltagsgegenstände. Sehr gut gemacht. Aber Vorsicht: Hier kann man leicht eine Stunde versenken.

15:00 bis 17:00 Uhr: Abstecher ins Weinland (für Mutige)

Das ist der Bonus, den die Bustouren nicht haben. Mit dem Mietwagen fährst du in rund 35 bis 40 Minuten ins Weingebiet Priorat oder in die DO Tarragona, direkt ins Hinterland. Die Landschaft ändert sich schlagartig: terrassierte Weinberge, Schieferböden, kleine Dörfer.

Falset ist ein hübsches Dörfchen mitten im Priorat und macht als kurzer Stopp eine gute Figur. Wein kaufen direkt bei der Bodega ist hier normal und deutlich billiger als zu Hause. Eine Flasche guter Priorat liegt vor Ort bei 8 bis 15 Euro, für das, was du dafür im deutschen Supermarkt bekommst, willst du lieber nicht nachrechnen.

Zurückfahrt einplanen: mindestens 45 Minuten bis zum Hafen, etwas Puffer für Stau auf der N-340 oder der AP-7 ist immer klug.

Was du weglassen kannst

Der Passeig Arqueològic, der Spaziergang entlang der äußeren Stadtmauer, klingt toll und ist auf Fotos auch schön. Aber wenn die Zeit knapp ist, ist er entbehrlich. Ähnliches gilt für den Stadtteil El Serrallo, der Fischerhafen unten am Wasser. Niedlich, aber nicht zwingend.

Die Kathedrale kostet Eintritt (um die 5 Euro), obwohl man "nur kurz reinschauen" will. Wenn du schon das Kombiticket hast, zählt sie nicht dazu. Also kurz prüfen, bevor du nochmal in die Tasche greifst.

Zurück ans Schiff: Bitte nicht unterschätzen

Das Schiff wartet nicht. Das klingt banal, aber bei Landgängen auf eigene Faust ist es der wichtigste Satz. Der Hafen liegt zwar nah an der Stadt, aber wenn du im Priorat warst und der Abend-Stau auf der Autobahn zieht, kann es enger werden als geplant. Faustregel: Spätestens 90 Minuten vor Abfahrt wieder im Auto sitzen.

Parkhaus verlassen, Mietwagen zurückgeben, kurzer Weg zum Terminal. Das dauert je nach Station 20 bis 40 Minuten. Lieber früher als später.

Tarragona ist ehrlich gesagt einer der unterschätztesten Hafenstops auf der westlichen Mittelmeerroute. Zwei Jahrtausende Geschichte, gutes Essen, Wein aus der Region und kaum Touristenmassen vor dem Amphitheater. Mit dem Mietwagen hast du die Freiheit, das alles in deinem eigenen Tempo zu machen und trotzdem entspannt und pünktlich zurück an Bord zu sein. CruiseCars macht die Abholung direkt am Kreuzfahrthafen möglich, ohne Shuttle, ohne Wartezeit, ohne Stress. Dann kann der Tag kommen.

Mehr Inspiration für Landgänge auf eigene Faust findest du in unserem Reisemagazin.

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